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„Für Deutschland sterben? Niemals!“Schüler-Aufstand gegen Wehrpflicht – Tausende auf der Straße

Demonstrierende Menschen und Rauch

Copyright: IMAGO / EHL Media

Demonstrierende Menschen und Rauch

Sie haben Angst, für einen Krieg verheizt zu werden. Deswegen schwänzen Tausende Jugendliche die Schule.

Ein Protestzug, der an alte Zeiten erinnert: Deutschlandweit haben am Donnerstag circa 50.000 junge Menschen demonstriert. Ihr Ziel: ein klares Nein zur Wehrpflicht. In der Hauptstadt Berlin kamen allein ungefähr 3000 Personen zusammen, die meisten davon noch im schulpflichtigen Alter. In etwa 150 Orten wurde unter dem Slogan „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ der Unmut laut.

Auslöser für die landesweiten Proteste ist eine Entscheidung, die der Bundestag am 5. Dezember letzten Jahres traf. Mit dem verabschiedeten „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ kommen eine obligatorische Musterung sowie die erneute Erfassung wehrfähiger junger Männer. Zunächst bleibt der Dienst bei der Bundeswehr eine freiwillige Sache. Verteidigungsminister Boris Pistorius hofft auf 20.000 Rekruten in diesem Jahr. Falls diese Zahl nicht erreicht wird, steht die Option einer Bedarfswehrpflicht im Raum. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Junge Aktivistin in Berlin: „Am Ende sind sie Kanonenfutter“

In Berlin, am Potsdamer Platz, kocht die Stimmung. Fahnen mit Friedenstauben wehen im Wind, ein Transparent verkündet: „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“. Mitten im Getümmel: Selma Kuhlmann Costa. Die 18-Jährige findet deutliche Worte für ihre Sorgen: „Ich möchte nicht, dass meine Freude eingezogen werden“, erklärt sie. „Die lernen dann ein halbes Jahr, wie man Menschen umbringt, und sind am Ende Kanonenfutter.“

Die Zwölftklässlerin vom Robert Blum-Gymnasium greift zum Megafon und skandiert in die Menge: „Noch mehr Rüstung, noch mehr Waffen, werden keinen Frieden schaffen“. Tausende junge Kehlen stimmen lautstark ein. Ihre Überzeugung ist unmissverständlich: „Wehrpflicht ist Freiheitsberaubung und elementarer Teil der Kriegsvorbereitung.“

Lieber Flucht als für Deutschland kämpfen?

Aber was passiert, wenn die Bundesrepublik verteidigt werden muss? Der 19-jährige Kiran Schürmann gibt eine verblüffende Antwort. „Ich fühle mich nicht verpflichtet, für Deutschland zu sterben“, stellt der Schüler von der Ferdinand-Freiligrath-Schule klar. Im Ernstfall würde er Deutschland den Rücken kehren. Selma Kuhlmann Costa würde es ihm gleichtun und fliehen, „nach Brasilien, dort habe ich Familie“.

Trotz dieser radikalen Haltung finden beide es gut, dass es die Nato gibt. Ein Widerspruch? Die jungen Leute sehen das anders. „Das sind aber alles Freiwillige“, argumentiert Kuhlmann Costa. Ihrer Meinung nach ist das Bündnis selbst ohne die Vereinigten Staaten stark genug, um eine Attacke zu verhindern. Eine weitere Aufrüstung sei deshalb überflüssig.

Zuspruch für die Aktion gibt es ebenfalls von der älteren Generation. Der 60-jährige Axel Zutz von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigt sich beeindruckt. „Mich berührt das sehr“, meint er. „Es ist wichtig, dass die Jugend auf die Straße kommt“. Unter die Protestierenden mischen sich auch andere Gruppierungen, wie etwa die trotzkistische Organisation „Sozialismus von unten“.

Ob dieser Schulstreik der Anfang einer neuen, großen Friedensbewegung ist, bleibt abzuwarten. Die Leidenschaft und Energie der Jugendlichen ist jedoch spürbar. Ein kleiner Konflikt mit der Polizei, die wegen lauter Hip-Hop-Klänge aus einer Box intervenierte, macht aber deutlich: Im Umgang mit den Behörden gibt es noch Lernbedarf. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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