70 Verdächtige Polizei Köln sprengt bundesweiten Pädophilen-Ring – auch Babys unter den Opfern

Endlich „Freedom Day“? Von wegen: Warum für viele die Beschränkungen jetzt erst anfangen

Zahlreiche Menschen gehen am verkaufsoffenen Sonntag durch die Innenstadt - manche tragen Mundnasenschutz gegen das Coronavirus.

Zahlreiche Menschen gehen am verkaufsoffenen Sonntag durch die Innenstadt - manche tragen Mundnasenschutz gegen das Coronavirus. Nach knapp zwei Jahren ist in großen Teilen Deutschlands die Maskenpflicht im Einzelhandel entfallen.

Viele haben ihn herbeigesehnt, den „Freedom Day“. Bringt er uns jetzt tatsächlich die versprochene Freiheit? Unsere Redakteurin findet: Nein, denn für viele Menschen fangen die Beschränkungen jetzt erst an. Ein Kommentar.

Von vielen wurde er lange herbeigesehnt, immer wieder gefordert. In einer Diskothek in Hannover wurde er sogar mit Countdown gefeiert, wie der Wechsel in ein neues Jahr. Der „Freedom Day“. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach gibt es diesen Tag nicht. Doch trotzdem fallen nun so gut wie alle Maßnahmen.

In einem voll besetzen Restaurant essen, im Fitnessstudio neben anderen auf dem Laufband schnaufen. Das ist nun wieder möglich, und zwar ohne Risiko. Denn die Pandemie ist inzwischen schließlich offiziell vorüber – oder doch nicht?

Corona: Warum der „Freedom Day“ uns keine Freiheit bringt

Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein deutliches Bild. Erst vor wenigen Tagen wurden rekordverdächtige 1,5 Millionen Neuinfektionen in einer Woche gezählt. Die Zahlen bewegen sich auf hohem fünfstelligen Niveau, täglich gibt es bis zu 300 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 und die Inzidenz liegt irgendwo jenseits der 1000. Und das mit Corona-Regeln wie Zugangsbeschränkungen, 2G, 3G und Maskenpflicht. Wie sich die Infektionslage nun ohne jegliche Beschränkungen entwickeln wird, das wird sich zeigen. Das Bauchgefühl: sehr unwohl. Zugegeben, die Mehrheit der Verläufe bleibt (glücklicherweise) mild. Aber eben nicht alle.

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Ich selbst bin geimpft, geboostert, genesen und aufgrund meines Alters (Mitte zwanzig) eher keine Risikopatientin. Mein Corona-Verlauf war dank der Impfungen extrem mild, doch es gibt genug Leute, bei denen das nicht der Fall ist. Allein in meinem Umfeld habe ich Verwandte, die die 70er bereits überschritten haben, werdende Mütter oder auch junge Menschen mit Vorerkrankungen. Wie sollen diese Risikopatienten nun geschützt werden?

Corona: Vulnerable Gruppen leiden unter Lockerungen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appellierte an die Eigenverantwortung. Und das heißt für die vulnerablen Gruppen nun wohl: Zuhause bleiben und selbst isolieren. Denn während man sich beim Einkaufen durch das freiwillige Tragen einer Maske noch recht gut selbst schützen kann, wird es bei anderen Freizeitaktivitäten ohne Testpflicht oder 2G und 3G schwierig. Das Motto: Wer Corona nicht in Kauf nimmt, soll halt nicht kommen?

Ärztechef Frank Ulrich Montgomery nannte den Wegfall der Maßnahmen zuletzt eine „Entscheidung gegen die Vernunft“. Er rechne damit, dass sich nun die große Mehrheit der Bevölkerung infizieren wird. Risikogruppen bleibt da nur die Möglichkeit, sich selbst zu isolieren, oder das Risiko eben einzugehen.

Schon durch die Begrenzung der PCR-Tests werden viele Corona-Fälle mittlerweile nicht mehr erfasst. Nun, ohne Testpflicht gibt es für viele vermutlich gar keinen Grund mehr, sich testen zu lassen. Natürlich wäre ein schlagkräftiges Argument dafür, sich trotzdem regelmäßig und vor allem freiwillig zu testen, damit auch andere Menschen möglichst zu schützen. Doch unsere Impfquote von 75,9 Prozent zeigt, wie die Solidarität in Bezug auf Corona bei uns bislang ausfiel...

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