Das Massensterben in der Oder hat die Menschen an der deutsch-polnischen Grenze und darüber hinaus fassungslos gemacht. Jetzt wurde möglicherweise die Ursache gefunden.
Mysteriöses Fischsterben in der OderForschende aus Polen haben Verdacht: Endlich Ursache gefunden?

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Unzählige tote Fische treiben am 11. Oktober 2022 im flachen Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder.
Polnische Wissenschaftler haben in einem Bericht die These bestätigt, dass eine giftige Alge das Fischsterben in der Oder ausgelöst hat. „Der Grund für das Fischsterben war höchstwahrscheinlich die toxische Wirkung einer Algenblüte“, sagte die Wasserbiologin Agnieszka Kolada vom Institut für Umweltschutz am Donnerstag in Warschau bei der Vorstellung des vorläufigen Berichts.
Das polnische Umweltministerium hatte eine Gruppe von 49 Wissenschaftlern aus 14 Forschungsinstituten damit beauftragt, den Ursachen der Umweltkatastrophe auf den Grund zu gehen.
Massensterben in der Oder: 249 Tonnen tote Fische entdeckt
Im Juli und August 2022 waren in der Oder auf polnischer und deutscher Seite massenhaft tote Fische entdeckt und eingesammelt worden. Auf polnischer Seite waren es nach Angaben von Kolada 249 Tonnen. Nach einer langwierigen Suche nach den Ursachen für das Fischsterben war in Wasserproben sowohl in Polen als auch in Deutschland die Algenart Prymnesium parvum nachgewiesen worden. Sie kann ein für Fische tödliches Gift bilden.
In Polen seien in der Zeit vom 12. August bis 8. September insgesamt 221 Wasserproben aus verschiedenen Abschnitten der Oder entnommen worden, sagte Kolada. In 78 Prozent dieser Proben habe sich Prymnesium parvum nachweisen lassen. Diese Algenart sei zuvor in Polen noch nie bemerkt worden. Auch die Befunde bei der Untersuchung verendeter Fische und Muscheln wiesen darauf hin, dass das Algengift Ursache für einen „plötzlichen, schnellen“ Tod gewesen sei.
Eine Reihe von Faktoren habe die Algenblüte begünstigt, hieß es in dem Bericht weiter. So habe es im Hochsommer fast zwei Monate lang nicht geregnet, was zu einem niedrigen Wasserstand in der Oder geführt habe. Die Wassertemperatur stieg zeitweise auf bis zu 27 Grad.
Der niedrige Wasserstand führte außerdem dazu, dass die Salzkonzentration zunahm. „So hat die Alge Bedingungen gefunden, die es ihr ermöglichten, sich zu entwickeln“, sagte Kolada. Die massenhafte Blüte von Prymnesium parvum in der Oder und anderen Flüssen in Polen könne sich in den kommenden Jahren wiederholen, warnen die Wissenschaftler. Am Freitag will das deutsche Bundesumweltministerium die Abschlussergebnisse der deutschen Seite veröffentlichen. (dpa)
