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„Es gruselt mich zutiefst“ Europa-Park markiert Besucher nach ihrem Corona-Impfstatus

Der Europa-Park (hier ein Foto vom Juli 2021) hat inzwischen auf den Wirbel um die Armbänder reagiert.

Der Europa-Park (hier ein Foto vom Juli 2021) hat inzwischen auf den Wirbel um die Armbänder reagiert.

Verschiedenfarbige Armbänder für Besucher nach ihrem Corona-Impfstatus? Der Europa-Park Rust hat dies aus organisatorischen Gründen für gut empfunden. Nach einem Aufschrei rudert der Freizeitpark jetzt zurück.

Rust. Die neuen Corona-Regeln verschaffen vielen Einrichtungen und Unternehmen zwar viele Möglichkeiten, doch die Unterscheidung in Geimpfte und Getestete scheint für manche Betreiber noch etwas ungewohnt. Der Europa-Park Rust hat nun mit einer Maßnahme für einen Aufschrei gesorgt. Nach einem handfesten Shitstorm in den sozialen Netzwerken rudert der Freizeitpark nun zurück.

Europa-Park Rust durch Corona-Lockdown gebeutelt

Keine Frage: Der Europa-Park hat in der Corona-Pandemie die vermutlich schwerste Zeit durchmachen müssen. Freizeitparks mussten während der beiden Lockdowns in Deutschland über Wochen hinweg komplett geschlossen bleiben und hatten keine Einnahmen.

Seit Mai 2021 dürfen die Betreiber wieder öffnen. Und nach den neuen Regeln wird kein Lockdown mehr vorgesehen. Doch der Infektionsschutz hat dadurch natürlich einen ganz neuen Stellenwert. Auch der Europa-Park hat darauf reagiert.

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Europa-Park mit neuen Corona-Regeln wegen 3G

Mit Blick auf das neue Infektionsschutzgesetz hat der Freizeitpark gleich mehrere neue Maßnahmen durchgesetzt. So sorgen nun speziell geschulte Mitarbeiter im Europapark Rust für die Einhaltung von Abständen und Maskenpflicht. Das teilte das Gesundheitsamt des Ortenaukreises auf Anfrage am Mittwoch (18. August) mit.

Allerdings schoss der Park in Rust bei den neuen Regelungen ganz offensichtlich übers Ziel hinaus. Denn seit Montag (16. August) wurden Geimpfte und Ungeimpfte nicht nur unterteilt, sondern auch mit unterschiedlich farbigen Armbändern gekennzeichnet.

Europa-Park Rust markiert Besucher mit Armbändern

So bekamen Besucher, die geimpft oder genesen sind, etwa weiße Armbänder, während Besucher, die „nur“ getestet sind, farbige Bänder bekamen.

Dadurch war es allerdings nicht nur jedem Mitarbeiter des Europa-Parks möglich, den Impfstatus eines jeden Besuchers sofort abzulesen (was schon allein in das Grundrecht der Privatsphäre eindringen würde), sondern natürlich auch allen anderen Besuchern untereinander.

Aufschrei im Netz zu Armbändern im Europa-Park Rust

„Wir haben hier rein aus organisatorischen Gründen mit teils täglich wechselnden Bändel-Farben gearbeitet“, rechtfertigt ein Pressesprecher das Vorgehen. „Um die von der Regierung auferlegten Maßnahmen umsetzen zu können und unseren Gästen einen möglichst unkomplizierten Ablauf, auch bei mehrtägigen Aufenthalten, gewährleisten zu können, wurde dieser Ansatz durchgeführt.“

Doch der Aufschrei nicht nur in den sozialen Medien ist groß. „Das kann doch nur ein Witz sein? Wer macht denn da mit?“ Auch ein anderer User sieht den Datenschutz verletzt: „Eine Impfung ist immer noch eine persönliche Angelegenheit, obliegt dem zugeordneten Datenschutz.“

Europa-Park Rust rudert nach Shitstorm zurück

„Ein NO GO, und mein Gesundheitsstatus geht keinen fremden Menschen irgend etwas an“, schrieb eine weitere Userin. Ein anderer Nutzer schreibt: „Diese erschreckende und furchtbare Idee wurde umgesetzt und ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es gruselt mich zutiefst.“

Der Freizeitpark ruderte inzwischen zurück und erklärte auch auf Facebook am Donnerstag (19. August): „Der Prozess mit mehrfarbigen Armbändern wurde bereits abgeschafft. Seit heute wird ein anderer Ablauf umgesetzt. Die Farben der Bändchen sind nur noch auf den Tag bezogen. Somit haben alle Gäste am selben Tag die gleiche Farbe. Entsprechend ist der 3G-Status nicht mehr anhand der Farbe erkennbar.“ (jv)

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