Geht das zu weit? Fassungslosigkeit nach Klimaschutz-Aktion – „Ihr schadet Eurem Ansinnen“

Scharfe Kritik nach einer Protestaktion der Gruppe „Letzte Generation“ im Museum Barberini in Potsdam. Ein Gemälde von Monet wurde mit Kartoffelbrei beworfen. Es stellt sich die Frage: Warum?

Erst vor wenigen Tagen sorgte die Klimaschutz-Protestgruppe „Letzte Generation“ im Porsche-Pavillon bei Volkswagen für Aufsehen. Jetzt hat sie wieder zugeschlagen – im Museum Barberini in Potsdam. Nach der Aktion herrscht Fassungslosigkeit, Potsdams Oberbürgermeister gibt sich entsetzt.

Zwei Aktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe haben am Sonntag (23. Oktober 2022) eine Attacke auf ein wertvolles Gemälde des französischen Impressionisten Claude Monet verübt.

Klimaschutz-Aktion sorgt für Kopfschütteln – Video zeigt alles

Ein Video (oben ansehen) zeigt die Aktion. Die zwei mit orangen Warnwesten bekleideten Personen hatten einen Moment der Unaufmerksamkeit der Sicherheitskräfte genutzt und das Kunstwerk Les Meules (Getreideschober) mit einer zähflüssigen Masse bespritzt. Anschließend klebten sie sich mit den Händen an die Wand unter dem Gemälde.

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Bei der zähflüssigen Masse soll es sich um Kartoffelbrei handeln, berichtete Museumssprecherin Carolin Stranz.

Auf dem Twitterkonto „Letzte Generation“ veröffentlichte Videos zeigen die Frau und den Mann vor dem Gemälde knien. „Wir sind in einer Klimakatastrophe“, ruft die Frau unter anderem. „Und alles, wovor Ihr Angst habt, sind Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem Gemälde.“

Attacke auf Monet-Gemälde: Scharfe Kritik an „Letzte Generation“

Der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) zeigte sich wenig begeistert von der Aktion. „Das ist Kulturbarberei und keine politische Meinungsäußerung“, schimpfte der Politiker auf Twitter unter dem Tweet der Gruppe.

„Ihr schadet Eurem Ansinnen“, so Schubert weiter.

Die Polizei nahm die Frau und den Mann nach der Aktion in Gewahrsam. Gegen sie werde wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt.

Schäden an Monet-Gemälde? Museum gibt Einschätzung

Das Gemälde werde auf Schäden untersucht, so die Museumssprecherin. Die Flüssigkeit sei schnell abgenommen worden. Zudem sei das Kunstwerk mit einer Glasscheibe geschützt gewesen. Einer ersten Untersuchung zufolge habe es „keinerlei Schäden davongetragen“, so Stranz weiter.

In diesem Monat hatten bereits zwei Umweltaktivistinnen in London das Meisterwerk „Sonnenblumen“ des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. In den vergangenen Wochen klebten sich wiederholt Klima-Aktivisten weltweit an den Rahmen oder am Acrylglas-Schutz berühmter Gemälde fest, etwa in Berlin, Dresden, Florenz und London. (mit dpa)

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