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Weil er zu viele Tore schießtPolizei jagt Fußball-Wunderkind vom Feld

Ein Ball der Marke KIPSTA Decathlon Official Match Football liegt im Tor hinter dem Tornetz, offizieller Spielball, official Match Ball.

Copyright: IMAGO/foto2press

In Florida ist am vergangenen Wochenende ein alltägliches Jugendfußballspiel zu einem landesweit diskutierten Vorfall geworden. (Symbolbild)

Ein normales Jugendfußballspiel in Florida wurde am Wochenende zu einem Fall, über den die ganzen USA diskutieren.

Polizisten am Spielfeldrand. Und das wegen eines Dreijährigen! Der Kleine dribbelt, dribbelt noch mal und trifft. Eigentlich sollte es am vergangenen Samstag in Winter Park, Florida, ein ganz normales Jugendfußballspiel werden. Am Ende stand ein Polizeieinsatz. Dazu kam ein Streit, der im Netz viral ging: Es geht um Talent, um Regeln und um das Verhalten von Eltern.

Die Beamten der Polizei von Winter Park hatte ein Organisator der bundesweiten Jugendliga „i9 Sports“ alarmiert. Seine Begründung: Der dreijährige Nevada sei zu dominant und schubse andere Kinder. So schilderte er es den Polizisten. Festgehalten wurde das auf Bodycam-Aufnahmen, die am Montag (26. Oktober) veröffentlicht wurden.

Zu stark für die Liga? Eltern und Organisator streiten vor der Polizei

Vor den Beamten nahm der Verantwortliche kein Blatt vor den Mund: „Der Junge ist zu gut. Wirklich gut. Er ist den anderen weit voraus und schießt viele Tore. Aber er schubst.“ Nach seiner Darstellung wurden die Eltern daraufhin laut und sorgten für eine Störung. Sein Wunsch war klar: Die Familie sollte den Platz sofort verlassen. Den Eintrittspreis wollte er ihr dafür zurückerstatten.

Ganz anders sehen es die Eltern, Martasia Griffin und Don Pierre. Ihr Vorwurf: Ihr Sohn sei aus der Liga geflogen, weil er zu gut spielt. Das sagen sie in Bodycam-Videos und in eigenen Clips. Die Aufnahmen wurden in den sozialen Medien millionenfach angeklickt.

Gegenüber den Polizisten brachte die Mutter es auf den Punkt: „Sie schmeißen ihn raus, weil er tatsächlich Fußball spielt.“ Auf den Videos sieht man den Jungen, wie er den Ball sicher am Fuß führt. Und er trifft gegen ältere Kinder. Rund 300 Dollar Startgebühr hatte die Familie für die Teilnahme bezahlt.

Polizei-Einsatz beim Kinderfußball: Das zeigt die Bodycam

Im Notruf berichtete der Organisator von einem „unruhigen Elternteil“, das ihn verfolge und beschimpfe. Vor Ort stellten die Beamten aber fest: Die Familie verhielt sich kooperativ. Es war eine zivile Angelegenheit. Festgenommen wurde niemand. Des Parks verwiesen wurde auch keiner. Die Polizei bestätigte, dass die Bodycam-Aufnahmen ihre Darstellung stützen.

Quer durch die USA sorgt der Fall jetzt für Aufregung. Und er wirft Fragen auf: Wie gehen Jugendligen mit Kindern um, die außergewöhnlich talentiert sind? Und wo endet die sportliche Förderung, wo beginnt die Fairness für alle? (red)