Abo

Drama um Wal TimmyHat dieser „Walflüsterer“ seine Rettung verbockt?

Buckelwal mit erkrankter Haut im Wasser

Copyright: IMAGO / Susanne Hübner

Buckelwal mit erkrankter Haut im Wasser.

Schwere Vorwürfe im Wal-Drama: Hat ein Helfer alles schlimmer gemacht?

Die ganze Nation bangt um Buckelwal Timmy, der seit Tagen in der Wismarer Bucht mit dem Tod ringt. Doch mitten in die Trauer platzt eine unfassbare Frage: Hätte das Tier gerettet werden können? Jetzt erhebt der Bürgermeister von Timmendorfer Strand schwere Vorwürfe gegen den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann, der zunächst als Held der Rettungsaktion galt.

Sven Partheil-Böhnke, der Bürgermeister, ist überzeugt, dass es eine reale Chance für den Wal gab. Doch ausgerechnet Lehmann, der als „Walflüsterer“ bekannt wurde, soll eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen haben. Partheil-Böhnke spricht über den 27. März, als der Wal nach seiner ersten Strandung bei Niendorf wieder frei schwamm. „Das war die große Chance“, sagt er. Eine Chance, die vertan wurde. Das berichtet „t-online“.

Bürgermeister: „Wir waren froh über jeden“

Als der Wal am 23. März im seichten Wasser auftauchte, herrschte Chaos. „Wir waren damit alle völlig überfordert“, beschreibt der Bürgermeister die Situation. Lehmanns Angebot, zu helfen, sei damals hochwillkommen gewesen. Er wurde eingeladen, das Expertenteam vor Ort zu verstärken.

Lehmann wurde schnell zum Star der Aktion. Bilder zeigten ihn im Neoprenanzug direkt am Wal, wie er dem Tier die Hand auflegte. Für die Öffentlichkeit war er der Hoffnungsträger, der „Walflüsterer“. Doch der Bürgermeister fühlt sich heute getäuscht.

„Selfiestab wichtiger als alles andere“

Es habe schon früh Warnsignale gegeben, so Partheil-Böhnke. „Schon als Lehmann sich das erste Mal mit einem Boot dem Wal näherte, war ihm sein Selfiestab wichtiger als alles andere“, behauptet der Bürgermeister. Der Umwelt-Influencer habe sich anscheinend mehr dafür interessiert, wie er schnell Filmmaterial ins Internet hochladen kann, als für das Tier selbst.

Lehmanns Prognosen lagen außerdem wiederholt daneben. Er schätzte die Chance, dass der Wal seine Augen öffnen würde, auf 0,1 Prozent – doch das Tier war sehr aktiv. Genauso bewertete er die Erfolgsaussicht für das Graben einer Rinne mit „0,1 Prozent“ und lag damit wieder falsch.

Fatale Entscheidung auf offener See?

Der entscheidende Moment soll der 27. März gewesen sein. Der Wal schwamm frei in der Lübecker Bucht. Der Plan war, ihn mit mehreren Booten einzukreisen und sicher in Richtung Nordsee zu eskortieren. Doch Lehmann habe sich „wie ein Einsatzleiter“ aufgespielt und die Strategie geändert.

Statt den Wal zu leiten, seien die Boote plötzlich nur noch an einer Seite gefahren, angeblich um ihn vom flachen Wasser abzuschirmen. Das Ergebnis, so der Bürgermeister: „Die Folge war, dass der Wal ganz schnell weg war und abgetaucht ist.“ Stunden später wurde er wiederentdeckt – und strandete kurz darauf erneut in der Wismarer Bucht.

Andere beteiligte Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sollen sich daraufhin über Lehmanns Alleingänge beschwert haben. Als der Bürgermeister ihn anwies, das Kommando abzugeben, sei der Biologe beleidigt abgereist. Das bittere Fazit des Bürgermeisters: „Egal, was er gemacht hat, es ging in die Hose. Ihm waren nur seine Instagram-Storys wichtig.“

Ob der Wal ohne diese Vorkommnisse überlebt hätte, ist letztlich unklar. Doch für den Bürgermeister steht fest, dass an jenem Tag eine große Chance vertan wurde. Robert Marc Lehmann selbst hat auf eine Anfrage zu den Vorwürfen bisher nicht reagiert. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Gerichtshammer auf spanischer Flagge

Politskandal im Urlaubsland

Falscher Priester, Schmiergeld & Sex-Affären