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DNA-SchockSie sind Zwillinge – haben aber verschiedene Väter

Wissenschaftlerin analysiert DNA-Proben mit Handschuhen und Brille

Copyright: IMAGO / Westend61

Wissenschaftlerin analysiert DNA-Proben mit Handschuhen und Brille.

Eine Gen-Analyse verändert alles für zwei Londoner Zwillingsschwestern.

Ein nagendes Gefühl begleitete Michelle und Lavinia Osbourne (49) aus London über Jahre. Auf Bildern erkannten sie keine Ähnlichkeit zu dem Mann, den die Mutter als Erzeuger angegeben hatte. Eine Gen-Analyse sollte Gewissheit schaffen, doch die Wahrheit war eine Sensation, die niemand erwartet hatte: Ihre Väter sind zwei verschiedene Männer.

Die Geschichte wirkt wie aus einem Film, doch sie beschreibt ein außergewöhnlich seltenes biologisches Ereignis. Die Eizellen der Mutter wurden dabei von den Samenzellen zweier verschiedener Männer befruchtet. Allan Pacey, Professor für Andrologie an der Universität Manchester, erklärt den Vorgang: „Damit dies geschehen kann, muss die Frau im selben Zyklus zwei Eizellen freisetzen und innerhalb von 12 bis 24 Stunden Geschlechtsverkehr mit zwei Männern haben“. In Großbritannien ist dies der erste Fall, der offiziell erfasst wurde. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Schwere Jugend schuf unzertrennliches Band

Ihre Story, publik gemacht durch die BBC-Sendung „The Gift“, geht wirklich unter die Haut. Mit gerade einmal 19 Jahren wurde ihre Mutter schwanger, doch sie zog die Kinder nicht selber groß. Die Schwestern verbrachten ihre Kindheit in getrennten Heimen und waren sich gegenseitig der einzige Halt. Für Lavinia war diese Enthüllung ein besonders harter Moment. Gegenüber der BBC offenbarte sie: „Sie war das Einzige, was mir gehörte, das Einzige, worüber ich mir sicher war, das Einzige, an dem ich festhalten konnte“. „Und dann war sie es doch nicht.“

Nachdem ihre Mutter an Demenz erkrankt war und keine Auskunft mehr geben konnte, entschied sich Lavinia für die Analyse. Das Resultat traf an einem Tag mit besonderer Bedeutung ein: am 14. Februar 2022, als ihre Mutter verstarb. Die Erkenntnis über ihre Abstammung brachte die Schwestern am Ende auch zu ihren biologischen Vätern.

Lavinia hat jetzt regelmäßigen Kontakt zu ihrem Vater, während Michelle die Verbindung zu ihrem leiblichen Vater gekappt hat. Als Ursache werden seine Suchtprobleme mit Alkohol und Drogen genannt. Laut Informationen der BBC gibt es global nur ungefähr 20 vergleichbare bekannte Fälle. Fachleute gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Denn die Vaterschaft wird oft nur dann hinterfragt, wenn es klare äußerliche Unterschiede oder Streit ums Erbe gibt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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