Astronautin Rabea Rogge über Mut und den Druck als Frau
Deutsche Astronautin packt ausRabea Rogge über den Druck als Frau und ihre Botschaft an alle

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Rogge war mit der Mission «Fram2» auf einer neuen Umlaufbahn über die Polarregionen der Erde geflogen. (Archivbild)
Ein Jahr ist seit ihrer Reise in den Kosmos vergangen, und die Astronautin Rabea Rogge (30), Deutschlands erste Astronautin, hat eine wichtige Nachricht, die Hoffnung gibt. „Wir bauen keine Zukunft auf Zynismus auf, auch nicht auf Schwarz-Weiß-Denken, sondern auf mutigen Ideen und Tatendrang“, äußerte Rogge gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ihr zentrales Bestreben ist es, die Überzeugung zu vermitteln, dass wir als Menschen schöpferisch, wissbegierig und einfühlsam agieren können. Ihre simple Aufforderung lautet: „Experimentieren! Und keine Angst vor dem Scheitern haben.“
Am 1. April 2025 war Rogge gemeinsam mit drei weiteren Besatzungsmitgliedern an Bord einer „Dragon“-Kapsel zum Weltraum aufgebrochen. Dort widmete sich das Team für ungefähr vier Tage der Forschung im schwerelosen Zustand.
Musik von Rock-Legenden als Antrieb
Ihre Erfahrungen hat die Astronautin jetzt in dem Buch „Ein (bisschen) Weltraum für Alle“ festgehalten. Darin beschreibt sie das harte Training, blickt aber ebenso auf die Historie von Entdeckungsreisen und die Begeisterung für Robotik. Rogge reflektiert über ihre Mission und den Wert von Wissenschaft und gibt mit einem integrierten Arbeitsbuch Anregungen, eine persönliche Utopie zu entwickeln.
Die Berlinerin enthüllt in ihrem Werk, welcher Song der legendären Rockband Led Zeppelin die Besatzung beim Abheben beflügelte. „Es schien das Unwirklichste auf der Welt zu sein: Hier waren wir, eine Gruppe ganz normaler Leute, und uns wurde ganz nebenbei in einem Videocall gesagt, dass wir ins All fliegen würden.“
„Jeder Fehler war einer für alle Frauen“
Sie tut sich bis heute schwer mit dem Titel „erste deutsche Frau im All“. Der Erwartungsdruck war gigantisch: „Wenn ich einen Fehler machte, machte ich ihn nicht für mich, sondern stellvertretend für alle Frauen der Welt.“ Das Thema Geschlecht, so Rogge, „sollte kein Konflikt sein, sondern ein Dialog. Denn das Endziel ist nicht, dass jemand gewinnt. Sondern dass wir alle gewinnen.“
Eine Ikone für Frauen?
Ob sie eine Vorbildfunktion für Frauen habe, könne sie selbst nicht einschätzen, sagte Rogge der dpa. „Ich möchte aber, dass sich kein Mensch je selbst anzweifelt, weil das Umfeld das unbegründet tut. Das ist mir als Frau in einem technischen Umfeld oft passiert, und ich habe es nicht immer gemerkt.“ Im Grunde wünscht sie sich eine Gemeinschaft, in der es keine Rolle mehr spielt, ob eine Leistung „als Frau“ erbracht wird. „Wir sind alle Menschen mit verschiedenen Talenten.“
Nach ihrer Rückkehr aus dem All widmete sie sich wieder der Forschung im Bereich Ozeanrobotik, berichtete Rogge. Ein weiterer Flug ist aktuell nicht vorgesehen. „Ich würde auf jeden Fall noch einmal fliegen – mehr wünsche ich mir aber, dass andere Leute auch die Chance bekommen.“ Die größte Courage habe sie damit gezeigt, die Zusage für die Mission zu geben. „Mut ist allerdings nichts, was man hat oder nicht, sondern eher ein Muskel, den man trainiert.“ Ihr Buch erzählt davon auf lebhafte Weise. (dpa/red)
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