Nach 20 Jahren: Urteil gegen den "Maskenmann" in Frankreich
Der Horror geht weiter„Maskenmann“ Martin N. für vierten Kindermord verurteilt

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Der sogenannte Maskenmann hatte vor Gericht in Frankreich bestritten, den kleinen Jonathan getötet zu haben. (Archivbild)
Gerechtigkeit nach 20 Jahren! Der als „Maskenmann“ berüchtigte Mörder, der in Deutschland bereits für den Tod von drei Kindern im Gefängnis sitzt, ist jetzt auch in Frankreich verurteilt worden. Lebenslänglich für den Mord am kleinen Jonathan.
Im westfranzösischen Nantes fiel das harte Urteil: Martin N. (55), ein deutscher Serienmörder, wurde des Mordes an Jonathan (10) für schuldig befunden. Die Tat geschah im April 2004. Wie die französischen Zeitungen „Le Parisien“ und „Le Figaro“ direkt aus dem Gerichtssaal meldeten, verhängten die Richter die Höchststrafe.
Die schreckliche Tat nahm ihren Anfang, als Jonathan aus einem Ferienlager in Saint-Brevin-les-Pins verschleppt wurde. Nur wenige Wochen später folgte die grausame Gewissheit: Jonathans lebloser Körper wurde ohne Kleidung in einem Gewässer entdeckt, rund 30 Kilometer vom Ort des Kidnappings entfernt.
Anklage sicher: „Das ist seine Handschrift“
Die Staatsanwaltschaft argumentierte in ihrem Schlussplädoyer, die Tat trage unverkennbar „die Handschrift“ des Angeklagten. Martin N. selbst wies bis zum Ende jede Verwicklung in den Tod des Jungen zurück. „Ich habe das nicht getan“, erklärte er im Prozess. Seine Verteidiger forderten einen Freispruch, da es keine handfesten Beweise für seine Anwesenheit in Frankreich gegeben habe.
Obwohl es keine DNA-Spuren gab, war die Indizienkette erdrückend. Ein Augenzeuge bemerkte ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen in der Umgebung des Teiches. Der wohl entscheidende Hinweis kam aber 2017 von einem Zellengenossen: Martin N. soll ihm gestanden haben, dass er ein Kind in Frankreich umgebracht hat.
In Deutschland als dreifacher Kindermörder verurteilt
In Deutschland ist Martin N. als der gefürchtete „Maskenmann“ bekannt. Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren, von 1992 bis 2001, missbrauchte der Pädagoge in Norddeutschland Dutzende Jungen. Drei seiner Opfer, die acht, neun und 13 Jahre alt waren, ermordete er. Das Landgericht Stade hatte ihn dafür bereits 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Mann führte lange Zeit ein perfides Doppelleben, das niemand ahnte. Tagsüber mimte er den fürsorglichen Betreuer bei Ferienfreizeiten, doch nachts wurde er zum Monster. Mit einer Sturmhaube über dem Gesicht schlich er sich an die Betten seiner Opfer.
Ein früheres Opfer brachte die Ermittler auf die Spur
Nach jahrelanger, mühsamer Polizeiarbeit brachte erst 2011 ein ehemaliges Opfer den Durchbruch. Der Zeuge erinnerte sich nach einem Fahndungsaufruf daran, wie ein Betreuer ihn bei einer Jugendfreizeit auffällig nach seinen Wohnverhältnissen gefragt hatte. Monate später, 1995, missbrauchte ihn ein Mann mit Maske. Diese Aussage führte zur Festnahme von Martin N. in Hamburg-Wilstorf.
Aufgrund der Ähnlichkeiten zur deutschen Mordserie hatten französische Ermittler schon seit 2008 untersucht, ob der „Maskenmann“ auch für das Verbrechen in der Bretagne verantwortlich sein könnte. (dpa/red)
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