Riesen-Hoffnung bei Brustkrebs: Ein Gentest entscheidet, wer die Chemo wirklich braucht.
Brustkrebs-RevolutionDieser Test könnte Millionen Frauen die Chemo ersparen

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Medizinische Infusion mit Tropfkammer.
Ein Ende des Schreckens ist für unzählige Brustkrebspatientinnen in Sicht. Es geht um die Chemotherapie und ihre belastenden Begleiterscheinungen wie Haarverlust, andauernde Übelkeit, starke Abgeschlagenheit oder sogar den Verlust der Fruchtbarkeit. Jetzt kann ein revolutionärer Gentest anscheinend bestimmen, wer diese Qualen tatsächlich erdulden muss und für wen ein Verzicht ohne Risiko möglich ist.
Im Rahmen einer gewaltigen internationalen Untersuchung haben Wissenschaftler einen Gentest konzipiert, der genau diese Unterscheidung treffen kann. Unter der Führung des University College London wurden in der „Optima“-Studie mehr als 4.000 Frauen mit der verbreitetsten Brustkrebsart untersucht. Dabei wird mit dem „Prosigna“-Test die Genaktivität von 50 Genen im Krebsgewebe geprüft, um das Rückfallrisiko zu bestimmen. Das berichtet „the Guardian“.
Der Ablauf der revolutionären Untersuchung
Über 4.400 Probandinnen aus dem Vereinigten Königreich, Skandinavien, Australien, Neuseeland sowie Thailand wurden zwei verschiedenen Gruppen zugeteilt. Die eine Gruppe bekam die übliche Behandlung, bestehend aus einer Chemo und nachfolgender Hormontherapie. Für die zweite Gruppe wurde der neuartige Gentest angewendet.
Eine Chemo wurde nur den Patientinnen mit einem hohen Risikowert auf der Skala verabreicht. Frauen, die einen geringen Wert aufwiesen, erhielten lediglich eine Hormonbehandlung. Die Resultate, die bei der weltweit größten Onkologie-Tagung in Chicago präsentiert werden, sorgen für Aufsehen.
Ein Ergebnis, das alles verändert
Nach fünf Jahren zeigten sich in beiden Gruppen erstaunlich vergleichbare Resultate. 95 Prozent der Frauen, die eine Chemotherapie bekamen, lebten und hatten keinen Rückfall erlitten. Bei der Gruppe, die mithilfe des Tests auf die Chemo verzichten durfte, lag die Quote bei 94 Prozent!
Diese geringfügige Abweichung deutet darauf hin, dass die Chemo für zahlreiche Frauen keinen weiteren Vorteil bietet. Die schlimmen Begleiterscheinungen könnten sie sich demnach ersparen, ohne ein größeres Risiko auf sich zu nehmen. Für Studienleiter Rob Stein ist das ein „wichtigen und bedeutenden Schritt hin zu einer personalisierteren Behandlung“.
„Wie Weihnachten“: Patientin berichtet von ihrer Erleichterung
Das ist eine Botschaft, die für die betroffenen Frauen die Welt bedeutet. Ihre Erleichterung beschrieb eine Studienteilnehmerin, die keine Chemo benötigte, mit den Worten „wie Weihnachten“. Sie ist heute, neun Jahre nach der Diagnose, bei bester Gesundheit und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Ein weiterer Leiter der Studie, Iain MacPherson, unterstreicht, die Erkenntnisse seien ein „großer Schritt nach vorn“, um eine präzisere Versorgung zu gewährleisten. (red)
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