Machen Bluetooth-Kopfhörer Krebs? Experten klären auf.
Gefahr lauert woandersWarum Ihr Handy mehr strahlt als Ihre Bluetooth-Kopfhörer

Copyright: Monika Skolimowska/dpa
Kabellose Kopfhörer werden häufig genutzt. Für eine gesundheitsschädliche Wirkung gibt es keine wissenschaftlichen Belege. (Symbolbild)
Ob beim Laufen, im Fitnessstudio oder in der Bahn zur Arbeit: Kabellose Kopfhörer sind für viele Menschen ein ständiger Begleiter. Doch im Internet machen krasse Gerüchte die Runde: Die Strahlung der kleinen Ohrstöpsel sei gefährlich, könne das Gehirn angreifen und sogar Krebs auslösen. Was steckt hinter dieser Angst?
Der Auslöser für die Verunsicherung: Die Geräte funken auf einer ähnlichen Frequenz wie eine Mikrowelle. Experten geben aber Entwarnung und stellen klar, dass es dafür keinerlei wissenschaftliche Grundlage gibt.
Der entscheidende Faktor ist nicht die Frequenz
Richtig ist, dass Bluetooth-Kopfhörer mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern arbeiten. Diese liegen, genau wie bei WLAN oder Mikrowellen, in einem Bereich um 2,45 Gigahertz. Für eventuelle gesundheitliche Folgen ist aber nicht die Frequenz ausschlaggebend, sondern einzig und allein die Sendeleistung.
Und diese Leistung ist bei den Kopfhörern verschwindend gering. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt an, dass sie lediglich im Milliwatt-Bereich liegt. Ein normales Gerät sendet mit circa 0,0025 Watt. Zum Vergleich: Ein Mikrowellenherd powert mit satten 1000 Watt!
„Diese Leistung ist so gering, dass die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern nicht zu einer relevanten Erwärmung des Gewebes am Ohr führen kann“, bestätigt Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder beim BfS.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-tmn
Viele Menschen tragen Kopfhörer im Ohr. (Symbolbild)
Smartphones strahlen um ein Vielfaches stärker
Die Folgen von Strahlung für den menschlichen Körper sind umfassend untersucht. Strenge Gesetze und Normen legen Grenzwerte fest, um die Sicherheit von Produkten zu garantieren. Ein zentraler Messwert ist hier die spezifische Absorptionsrate (SAR). Sie beschreibt, wie viel Energie vom Körpergewebe aufgenommen wird.
Für Handys ist ein maximaler SAR-Wert von zwei Watt pro Kilogramm Körpergewebe erlaubt. Ihre maximale Sendeleistung beträgt 0,2 Watt, liegt im Alltag aber meist darunter. Die kabellosen Kopfhörer sind mit ihren 0,0025 Watt davon meilenweit entfernt.
„SAR-Werte durch Funkwellen einzelner Bluetooth-Geräte bleiben in der Regel unterhalb der empfohlenen Grenzwerte“, sagt auch Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit der Uniklinik Aachen.
Auch Thomas Zwick, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), bestätigt mit Blick auf die Studienlage, dass es „bisher ohne einen Nachweis für Erkrankungen beim Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte“ keine Belege gibt.
Kabel als Alternative? Oft keine gute Idee
Wer die Strahlenbelastung am Kopf trotzdem verringern will, könnte zu Kopfhörern mit Kabel greifen. Doch Expertin Drießen warnt vor einem Trugschluss: Oft wird dann das Smartphone dichter am Körper aufbewahrt. Das kann unter Umständen zu einer insgesamt höheren Belastung durch das Handy führen. Ihr könnt eure Lieblingsmusik also weiterhin ohne Sorgen genießen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
