„Könnte eng werden“ IEA warnt vor Benzin-Not im Sommer – es gibt eine einfache Lösung

Deutsche Autofahrer betanken im Januar ihre Autos an einer Tankstelle in Lubieszyn, da die Kraftstoffpreise in Polen niedriger waren. Der Krieg in der Ukraine führt in Europa zu einer Energiekrise, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) warnt vor einem Spritmangel im Sommer.

Deutsche Autofahrer betanken im Januar ihre Autos an einer Tankstelle in Lubieszyn, da die Kraftstoffpreise in Polen niedriger waren. Der Krieg in der Ukraine führt in Europa zu einer Energiekrise, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) warnt vor einem Spritmangel im Sommer.

Der Krieg in der Ukraine führt in Europa zu einer Energiekrise, mit Hochdruck wird nach Alternativen und Lösungen gesucht. Jetzt warnt der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) vor einem Mangel von Benzin, Diesel und Kerosin im Sommer. Und bietet eine einfache Lösung an.

Autofreie Sonntage, Heizung abdrehen, alternative Energiequellen – die zahlreichen Debatten, die derzeit mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine mit neuer Schärfe geführt werden, sind nicht neu. In den 1970er-Jahren wurden sie auch schon geführt, damals führte der Nahostkonflikt zu einer Ölkrise – inklusive einer Inflation, ähnlich wie heute.

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist ein Produkt dieser Krise. Ihr Chef, Fatih Briol, ist seit 2015 Direktor und warnt nun: Diese Energiekrise ist schlimmer als andere zuvor.

Aktuelle Energiekrise viel größer und sie wird auch länger dauern

In einem Interview mit dem „Spiegel“ erklärt er, dass es – anders als in den Siebzigern – nicht nur ums Öl gehe. „Jetzt haben wir eine Ölkrise, eine Gaskrise und eine Stromkrise zugleich.“ Und Russland sei hier der Eckpfeiler des globalen Energiesystems gewesen, „der weltgrößte Ölexporteur, der weltgrößte Gasexporteur, ein führender Anbieter von Kohle.“ Deshalb sei die aktuelle Energiekrise nicht nur viel größer, sie werde wahrscheinlich auch länger dauern.

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Briol warnt: „Auf den Ölmärkten könnte es im kommenden Sommer eng werden. Wenn die Haupturlaubssaison in Europa und den USA losgeht, wird die Treibstoffnachfrage steigen. Dann könnte es zu Engpässen kommen: etwa bei Diesel, Benzin oder Kerosin, besonders in Europa.“

Ukraine-Krieg und Energiekrise: Warnung vor Spritmangel

Denn gerade Europa sei nicht nur auf die Rohöllieferungen von außerhalb angewiesen, sondern auch auf Importe von Ölprodukten. „Und da verhängen einige Exportländer wie China gerade erste Ausfuhrverbote; sie wollen ihre eigenen Verbraucher absichern.“

Die IEA habe, so Briol, bereits im März einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt, um Engpässe zu vermeiden. Mit ihm könne der Ölverbrauch innerhalb kürzester Zeit gesenkt werden. „Dazu gehören Maßnahmen wie autofreie Sonntage in Städten, niedrigere Preise für öffentliche Verkehrsmittel und deutlichere Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen.“

Spritmangel im Sommer? „Deutschland sollte ein Tempolimit einführen“

In Deutschland wurde zwar das 9-Euro-Ticket eingeführt, um den öffentlichen Nahverkehr billiger zu machen. Auch wurden zahlreiche Diskussionen über ein mögliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen geführt – doch bislang ohne Folgen. Noch ist kein Limit in Sicht. IEA-Chef Briol findet: „Deutschland sollte jetzt ein Tempolimit einführen, wenigstens für die Dauer des Krieges.“

Denn das würde keine große Veränderung für den Lebensalltag der Menschen bedeuten, sagt er. Man solle sich jetzt besser auf schwierigere Zeiten vorbereiten. „Und ein paar Kilometer pro Stunde langsamer zu fahren, das ist nur ein winziger Kompromiss, verglichen mit dem Leiden der Menschen in der Ukraine.“

Ukraine-Krieg: Wie groß ist die Gefahr eines Gas-Engpasses in Deutschland?

Im Ernstfall würde die IEA die strategischen Ölreserven des Westens (rund zwei Milliarden Barrel) freigeben, erklärt Briol. „Wir stehen bereit. In den vergangenen 50 Jahren wurden die strategischen Reserven nur fünfmal geöffnet, davon zweimal in den letzten Monaten. Das zeigt, wie tiefgreifend diese Energiekrise ist.“ Ob die Reserven geöffnet werden, müssten aber die 31 Mitgliedstaaten gemeinsam entscheiden.

Der Chef der IEA wagt im Interview auch einen Blick in die Zukunft: Wie groß ist die Gefahr eines Gas-Engpasses? „Ich fürchte, im Winter könnte es schwierig werden. Es kann durchaus sein, dass Gas rationiert werden muss: vor allem in Staaten, die besonders abhängig von russischen Lieferungen sind. Dazu gehört leider auch Deutschland.“ Die IEA habe schon 2004 davor gewarnt, sich zu abhängig von Russland zu machen. (mg)

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