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Bankräuber, Ausbrecher, AutorDeutschlands legendärer Ganove ist tot

Ludwig Lugmeier

Copyright: Ingo Wagner/dpa

Der Autor Ludwig Lugmeier ist in Berlin gestorben. (Archivfoto)

Sein Sprung aus dem Fenster machte ihn berühmt

Ein filmreifes Leben ist zu Ende: Ludwig Lugmeier, einst Bankräuber und Ausbrecherkönig, später Autor, ist tot. Wie der Verbrecher Verlag unter Berufung auf seine Lebensgefährtin mitteilte, starb der 76-Jährige bereits am vergangenen Montag in Berlin. Das meldet auch die dpa. Lugmeier stammte ursprünglich aus Kochel am See in Bayern.

Die Biografie von Lugmeier liest sich selbst wie ein Abenteuerroman. Schon in seiner Jugend zog es ihn zu Außenseitern, er lehnte Anpassung ab und geriet schnell mit der Justiz aneinander. Seine erste Jugendstrafe verbüßte er mit 17. Später folgten schwere Delikte: Im Jahr 1972 raubte er einen Münchner Supermarkt aus und 1973 einen Geldtransporter, der zur Dresdner Bank gehörte. Man sprach von einer Beute in Millionenhöhe.

In dieser Phase galt Lugmeier in Deutschland und im Ausland als brandgefährlicher Krimineller und Fluchtkünstler, der immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Er entkam der Polizei durch eine Flucht nach Mexiko, wurde dort aber 1974 festgenommen und an die Bundesrepublik überstellt.

Sprung aus dem offenen Fenster

Seine wohl berühmteste Fluchtaktion startete 1976 mitten in einer Verhandlung vor einem Frankfurter Gericht: Lugmeier entkam aus dem Saal durch einen Sprung aus einem ungesicherten Fenster. Man verurteilte ihn daraufhin in seiner Abwesenheit zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren.

Anschließend versteckte er sich in Island. Im folgenden Jahr konnte er jedoch in Reykjavik dingfest gemacht und erneut überstellt werden. Seine Haftzeit dauerte von 1977 bis 1989. Hinter den Gefängnismauern entdeckte er das Schreiben für sich und begann eine neue Laufbahn.

Noch aus der Haft heraus wurde 1987 sein Erzählband «Schattenränder» publiziert. Der Lyrikband «Flickstellen» kam ein Jahr später heraus, gefolgt von seinem Roman «Wo der Hund begraben ist» im Jahr 1993.

Gedichte und Erzählungen

Auch als Literat bewies Lugmeier große Zähigkeit und Ausdauer. Er publizierte einen weiteren Lyrikband sowie 2005 seinen autobiografischen Roman mit dem Titel «Der Mann, der aus dem Fenster sprang». Seine Poesie und Prosa fanden Eingang in diverse Anthologien und Magazine. Sein letztes Buch, der Erzählungsband «So der Herr mit Zylinder», wurde 2022 veröffentlicht.

Lugmeier ließ sich als kreativer Kopf nicht in eine Schublade stecken, verfasste Reportagen und produzierte Radio-Features. Nicht zuletzt machte ihn seine markante, tiefe Stimme zu einem begehrten Märchenerzähler. «Ludwig Lugmeier war ein ungewöhnlich herzlicher Mensch», würdigte ihn der Verbrecher Verlag. «Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten.» (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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