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Social-Media-VerbotZeigt kaum Wirkung – Jugendliche finden Schlupflöcher

Australische Kinder sind trotz Social-Media-Verbot offenbar weiterhin zahlreich auf den für sie verbotenen Plattformen unterwegs. (Bild: iStock/Drazen Zigic)

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Australische Kinder sind trotz Social-Media-Verbot offenbar weiterhin zahlreich auf den für sie verbotenen Plattformen unterwegs. (Bild: iStock/Drazen Zigic)

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Australien hat als erstes Land der Welt Social Media für unter 16-Jährige verboten - doch die meisten Jugendlichen sind weiterhin online. Das zeigt eine neue Studie, deren Aussagekraft allerdings umstritten ist.

Diese Erkenntnisse dürften auch die politische Debatte in Deutschland neu anheizen: Drei Monate nach dem Inkrafttreten des weltweit ersten gesetzlichen Social-Media-Verbots für Minderjährige hielt die Mehrheit der betroffenen australischen Jugendlichen weiterhin aktiv Konten auf den für sie verbotenen Plattformen.

Das geht aus einer Studie hervor, die ein australisches Forschungsteam am Donnerstag im Fachmagazin „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlicht hat.

Gesetzliche Änderungen brauchen Zeit

Australien hatte Ende 2025 als erstes Land weltweit ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien eingeführt. Für ihre Untersuchung befragten die Forschenden zunächst mehr als 400 junge Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar vor Inkrafttreten der Beschränkungen und erneut drei Monate später.

Das Ergebnis: Mehr als 85 Prozent gaben an, noch immer auf mindestens einer der für sie verbotenen Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok angemeldet zu sein. Minderjährige umgehen die Beschränkungen demnach durch Fake-Accounts oder Konten, die auf ältere Personen registriert sind. Bis zu 19 Prozent der unter 16-Jährigen greifen dabei auf erfundene Profile zurück.

„Wir haben keine hinreichenden Belege dafür gefunden, dass das Gesetz bereits nennenswerte Auswirkungen auf die Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen unter 16 Jahren hatte“, heißt es in der Studie. Die Hauptautorin Courtney Barnes von der University of Newcastle räumt ein, dass gesetzliche Änderungen Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen, die derzeitigen Altersverifikationsprüfungen der Plattformen seien jedoch unzureichend.

Unabhängige Fachleute mahnen zur Vorsicht bei der Interpretation. Der Kinder- und Jugendpsychiater Dennis Ougrin von der Queen Mary University of London weist darauf hin, dass Aspekte wie psychische Gesundheit, Schlaf und Selbstgefährdung in der Erhebung gar nicht erfasst wurden. Methodisch steht die Studie ebenfalls in der Kritik: Die Stichprobe stamme ausschließlich aus New South Wales, und da sie auf Selbstauskünften beruhe, könnten die Angaben verzerrt sein.

Die britische IT-Expertin Victoria Baines will die Zahlen laut „Tagesspiegel“ als Momentaufnahme mangelhafter Plattform-Umsetzung verstanden sehen - und nicht als Grundlage, um abschließend über das Gesetz urteilen zu können. (tsch)

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