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Jahrelanges Martyrium Ehepaar hält Frau als Sklavin – Richter zieht vernichtendes Fazit

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Gerichtssaal vorm Richter.

In Australien ist ein Ehepaar vor Gericht verurteilt worden, nachdem es eine andere Frau als Sklavin gehalten hatte. Das Symbolfoto entstand im Jahr 2017 im Landgericht Hannover.

Weil sie eine Frau jahrelang als Sklavin gehalten haben, ist ein Ehepaar in Australien nun zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Richter sprach beim Prozess deutliche Worte.

Melbourne. Ein Ehepaar im australischen Melbourne hat eine Frau acht Jahre lang als Sklavin gehalten. Das Opfer, eine Großmutter aus Indien, war 2015 in hygienisch verheerendem und lebensbedrohlichem Zustand im Haus der Familie entdeckt worden.

Bereits vor mehreren Wochen war das Paar vom Obersten Gericht im Bundesstaat Victoria schuldig gesprochen worden. Am Mittwoch (21. Juli 2021) wurde das Strafmaß bekannt: Die Angeklagten müssen mehrere Jahre in Haft.

Die 53-jährige Frau wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, ihr 57-jähriger Mann zu sechs Jahren. Erst nachdem sie die Hälfte der Strafe abgesessen haben, können die beiden laut Richterspruch Bewährung beantragen. „Sklaverei gilt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Richter John Champion bei der Urteilsverkündung.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie beide glauben, nichts falsch gemacht zu haben. Keiner von Ihnen hat ein schlechtes Gewissen oder Reue gezeigt.“ Er betitelte das Paar als „zwanghafte Lügner“.

Frau als Sklavin gehalten: Inderin musste putzen, kochen und Kinder versorgen

Das Martyrium des Opfers begann 2007. Für rund drei australische Dollar (1,80 Euro) am Tag musste die Inderin für die Familie putzen und kochen, zudem war sie dafür zuständig, die Kinder zu versorgen. Als sie von den Behörden gefunden wurde, habe sie nur noch 40 Kilogramm gewogen und sei in menschenunwürdigem Zustand gewesen, zitierte der australische Sender ABC das Gericht. Ärzten zufolge wäre sie ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit gestorben.

„Ihre Straftat geschah in der täglichen Anwesenheit und mit dem offensichtlichen Wissen und Verständnis Ihrer Kinder“, so Richter Champion weiter. Als Eltern seien die Verurteilten somit ein „erbärmliches Beispiel“ für ihre Kinder gewesen. (dpa)