Das Chaos in den Sendeanstalten der ARD hält weiter an. Jetzt ist die Landesfunkhausdirektorin des MDR zurückgetreten, nachdem rauskam, dass sie bei Amtsantritt Details über ihren Ehemann verschwiegen hatte.
ARD-Chaos geht weiterMDR-Chefin Sachsen-Anhalts tritt zurück – Details über Ehemann verschwiegen

Copyright: MDR/Steffen Junghans
Ines Hoge-Lorenz, Landesfunkhausdirektorin des MDR Sachsen-Anhalt, legt ihr Amt nieder.
Die Landesfunkhausdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Sachsen-Anhalt, Ines Hoge-Lorenz, tritt von ihrem Amt zurück. Das teilte der öffentlich-rechtliche ARD-Sender am Freitag (26. August 2022) mit.
Hoge-Lorenz war erst im Januar 2021 in die Position gekommen. Hintergrund des Rücktritts ist nach ihren Angaben fehlende Transparenz gegenüber dem Sender zu einem beruflichen Detail ihres Ehemannes.
MDR-Chefin Sachsen-Anhalts tritt zurück – Details über Ehemann verschwiegen
Hoge-Lorenz wurde mit diesen Worten zitiert: „Ich habe es vor meinem Amtsantritt als Landesfunkhausdirektorin Sachsen-Anhalt versäumt, klar darüber zu informieren, dass mein Ehemann vor über zehn Jahren in der Causa Foht eine Rolle gespielt hat.“ Mit der Causa Foht ist ein Skandal gemeint, der 2011 aufgedeckt wurde.
Dem früheren MDR-Unterhaltungschef Udo Foht wirft die Staatsanwaltschaft Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit zum Nachteil verschiedener mutmaßlich Geschädigter vor. Zusammengefasst stehen Vorwürfe im Raum, dass es ab Februar 2008 Filz und Geldschiebereien gegeben haben soll.
Der MDR hatte Foht nach Aufkommen des Skandals gekündigt. Am 1. September beginnt der Prozess gegen ihn. Foht hatte sich damals nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Ein Arbeitsprozess endete mit einem Vergleich. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für Foht die Unschuldsvermutung.
Nach MDR-Angaben bleibt Hoge-Lorenz in dem Sender tätig, ab 1. September in der Hauptredaktion Information und Innovation der Programmdirektion Leipzig. (dpa)

