Smiljan Radic Clarke aus Chile erhält die höchste Auszeichnung für Architekten weltweit. Die Ehrung wird jedoch von einer düsteren Geschichte überschattet. Im Mittelpunkt: die Verstrickung eines Stiftungs-Erben mit dem toten Sexualverbrecher Jeffrey Epstein.
Architektur-Oscar für ChileneAber eine Affäre trübt die Verleihung

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Chilene Radic erhält renommierten Pritzker-Architekturpreis
Die Jury verkündete, dass der prestigeträchtige Pritzker-Preis dieses Jahr an Smiljan Radic Clarke aus Chile verliehen wird. Diese Auszeichnung wird in Fachkreisen als der Architektur-Nobelpreis gehandelt.
Laut der Jury-Begründung erkunden die Arbeiten von Radic das Spannungsfeld zwischen Wagnis, dem Ausprobieren von Materialien und dem kulturellen Gedächtnis. Seine Entwürfe würden die Verletzlichkeit über jegliche falsche Sicherheit stellen.
Bauten, die die „menschliche Verletzlichkeit“ ehren
Eines seiner berühmtesten Projekte ist der „Serpentine Pavillon“, der 2014 zeitweise in London stand. Das Bauwerk war eine durchscheinende, eiförmige Konstruktion, die wie eine Muschel wirkte und auf massiven Felsen platziert war.

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Der Serpentine Pavilion des chilenischen Architekten Smiljan Radic Clarke
Ein weiteres markantes Beispiel ist das „Casa Pite“, ein Wohnhaus, das in die felsige Küstenregion Chiles am Pazifik integriert wurde und optisch teils frei zu schweben scheint. „Seine Gebäude wirken schützend, nach innen gerichtet und achten auf die menschliche Zerbrechlichkeit“, erklärte das Gremium in seiner Verlautbarung.

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Das Haus Casa Pite des chilenischen Architekten Smiljan Radic Clarke.
Gewinner überrascht: „Das wird mir Kopfschmerzen machen“
Doch wie reagiert der Geehrte selbst? Seine Antwort verblüfft total. Gegenüber dem Sender NPR äußerte sich Radic: „Es ist eine große Ehre. Und möglicherweise wird es in naher Zukunft auch ein wenig Kopfschmerzen bereiten, da es wahrscheinlich bedeuten wird, dass ich viel mehr im Rampenlicht stehen werde, als mir lieb ist.“
Laut dpa-Informationen fand Radic seine Begeisterung für das Bauwesen schon mit 14 Jahren, wie die bekannte Architektur-Plattform „ArchDaily“ meldet.
Epstein-Affäre führte zu Verspätung
Die Verkündung des Gewinners hatte sich dieses Jahr verschoben. Auslöser war laut einem Artikel der „New York Times“ die Aufdeckung einer Beziehung zwischen Tom Pritzker, dem Nachkommen der Stiftungsgründer, und dem toten Sexualverbrecher Jeffrey Epstein. (red)
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