Lincoln Einer der größten US-Präsidenten – nun jährt sich der Tag seiner Ermordung

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Pilgerstätte und Touristenmagnet: Das Lincoln Memorial in Washington.

Washington – Es ist ein beeindruckendes Monument. Das Denkmal für Abraham Lincoln im West Potomac Park in Washington. Majestätisch, wie die Heroen und Götter der Antike in Marmor gemeißelt, thront die 5,80 Meter hohe Kolossal-Statue des 16. Präsidenten der USA auf ihrem Stuhl.

Nach seinem Tod vor 155 Jahren wurde er zum Mythos. Sein größter Triumph – der Sieg der Nordstaaten über den Süden im Bürgerkrieg – wurde ihm zum Verhängnis.

Aus Rache für die Niederlage erschoss ihn der 26-Jährige Schauspieler und fanatische Südstaatler John Wilkes Booth.

Lincoln wurde im Theater ermordet

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Es war der 14. April 1865 – ein Karfreitag. In Washington herrschte ausgelassene Stimmung. Fünf Tage zuvor hatte der größte Teil der Südstaaten-Armeen kapituliert. Das Gemetzel, das rund 620.000 Todesopfer gefordert hatte, war endlich vorbei.

Auch im Ford Theatre amüsierten sich am Abend die Menschen. Mit dabei: der Präsident und seine Frau Mary, die in ihrer Loge die Komödie „Our American Cousin“ genossen.

Abraham Lincoln mit einem Kopfschuss niedergestreckt

Doch plötzlich – im dritten Akt – stürmte Booth in die Loge, schoss Lincoln mit einer Pistole in den Hinterkopf, fuchtelte noch brüllend mit einem Dolch herum, sprang auf die Bühne und entkam vor den Augen des entsetzten Publikums. Aus einem Lustspiel war ein Drama geworden.

Lincoln atmete noch. Man brachte den Schwerverletzten in ein Haus auf der anderen Straßenseite. Wegen seiner Größe von 1,93 Metern musste der Präsident quer auf das viel zu kleine Bett gelegt werden. Der Kampf der Ärzte um sein Leben war vergebens.

Präsident Lincoln: Vom Holzfäller zum Staatsoberhaupt

Am 15. April 1865 um 7.22 Uhr starb Lincoln – im Alter von 56 Jahren. „Nun gehört er der Geschichte“, sagte Kriegsminister Edwin Stanton über den Präsidenten, der gerade erst seine zweite Amtszeit begonnen hatte.

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Abraham Lincoln war der 16. Präsident der USA.

Eine sagenhafte Karriere: vorbei. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in Kentucky hatte es der einstige Holzfäller und Autodidakt zum Anwalt und schließlich 1860 bis zum Präsidenten der USA gebracht – der erste aus den Reihen der neu gegründeten Republikanischen Partei. Kaum gewählt, stand der Familienvater (vier Kinder) vor der größten Bewährungsprobe seines Lebens.

Bürgerkrieg stellt Lincoln vor eine große Herausforderung

Als Reaktion auf die Wahl des gemäßigten Sklavereigegners waren die meisten Südstaaten aus der Union ausgetreten – der Auftakt zum blutigen Bürgerkrieg, der am 12. April 1861 begann.
Trotz anfänglicher Niederlagen der Unionstruppen hielt Lincoln an der Einheit der Vereinigten Staaten fest, mobilisierte alle Kräfte, um den Süden in die Knie zu zwingen.

Auch die Forderung nach Abschaffung der im Süden legalen Sklaverei setzte er im Bürgerkrieg auf die politische Agenda. Mit Erfolg. In der Stunde des Sieges bewies er staatsmännische Weitsicht, verzichtete auf eine Demütigung der Geschlagenen. Er reichte ihnen die Hand zur Versöhnung – und stellte so die Einheit der Nation wieder her.

In den Augen fanatischer Südstaatler allerdings, die Millionen rechtlose, schwarze Sklaven auf ihren Baumwollplantagen schuften ließen, war der „Negerfreund“ Lincoln die Hassfigur schlechthin.

Das Mordkomplott gegen die Regierung

Auch für den Schauspieler Booth. Zunächst hatte er Lincolns Entführung geplant, um einen Waffenstillstand zu erzwingen. Doch die Kapitulation des Südens am 9. April 1865 machte das Vorhaben zunichte. Jetzt war für Booth klar: Lincoln musste sterben. Und nicht nur er.

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Erschoss Lincoln: Schauspieler John Wilkes Booth.

Booth und ein paar Gesinnungsgenossen wollten ferner den Vizepräsidenten, den Außenminister und den Oberbefehlshaber der siegreichen Nordarmee töten. Das Messerattentat auf Außenminister William Seward scheiterte. Der auf Vizepräsident Andrew Johnson angesetzte Verschwörer, ein Einwanderer aus Thüringen, bekam es mit der Angst zu tun und ließ sich volllaufen. Und General Ulysses S. Grant war erst gar nicht mit Lincoln im Theater.

Verschwörer wurden gefasst und gehängt

Die Verschwörer wurden schnell gefasst. Booth, der in den Süden geflohen war, wurde mit einem Komplizen zwölf Tage nach dem Mord in einer Scheune gestellt und erschossen. Vier seiner Komplizen endeten am 7. Juli 1865 in Washington am Galgen – auch Booths Zimmerwirtin, die der Mitwisserschaft verdächtigt wurde.

Lincoln stieg durch den Mord zu einer Kult-Figur, ja zu einer Art Heiliger auf, der die Sklaverei abgeschafft und die Vereinigten Staaten vor der Spaltung bewahrt hat. Das zwischen 1915 und 1922 erbaute Lincoln Memorial wurde zu einer nationalen Pilgerstätte.

Barack Obama wurde in Lincolns 200. Geburtsjahr Präsident

Am 28. August 1963 hielt dort vor mehr als 250.000 Menschen der fünf Jahre später von einem Rassisten ermordete Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) seine berühmte Rede „I have a Dream“ – forderte gleiche Rechte für farbige und weiße US-Bürger.

Und in Lincolns 200. Geburtsjahr wurde mit Barack Obama (58) erstmals ein Politiker mit afroamerikanischen Wurzeln Präsident der USA.

In vielen Umfragen wird Lincoln zudem in einem Atemzug mit Gründervater George Washington (1732-1799) und Franklin D. Roosevelt (1882-1945) als einer der drei größten US-Präsidenten genannt.

Daran ändert auch der Versuch des 45. US-Präsidenten, Großmaul Donald Trump (73), nichts, sich selbst für den Größten zu halten.

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