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7000 Kilo Koks und 79 Jahre KnastZwei Millionen Euro für Europas meistgesuchten Drogenboss

2.000 Kilo Kokain von einem Segelboot, das im Nordatlantik auf dem Weg nach Spanien abgefangen wurde, stehen sichergestellt im Hafen.

Copyright: picture alliance/dpa/EUROPA PRES

Das Symbolbild zeigt 2.000 Kilo Kokain, welches am spanischen Hafen sichergestellt wurde.

2.000.000 Euro für den entscheidenden Hinweis: Die Niederlande wollen Drogenboss Joseph Johannes „Jos“ Leijdekkers um jeden Preis zurückholen!

Wer „Bolle Jos“ findet, wird reich. Die niederländischen Behörden haben eine Rekordbelohnung zur Ergreifung eines der meistgesuchten Drogenbosse Europas ausgesetzt!

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag (2. November) mitteilte, werden Hinweise zur Festnahme des verurteilten Drogenhändlers Joseph Johannes „Jos“ Leijdekkers nun mit zwei Millionen Euro belohnt. Damit wurde die ursprüngliche Summe verzehnfacht.

„Bolle Jos“ soll in Afrika untergetaucht sein

Schon die bisherigen 200.000 Euro waren in den Niederlanden ein Rekord. Zum Vergleich: Für den Mafiaboss Ridouan Taghi hatte die Justiz einst 100.000 Euro ausgelobt. Die Prämie soll wenige Tage nach der Festnahme ausgezahlt werden. Die Ermittler hoffen vor allem auf Hinweise aus Sierra Leone und anderen Ländern Westafrikas, wo der Gesuchte untergetaucht sein soll.

Der 35-jährige Leijdekkers, in der Szene als „Bolle Jos“ bekannt, stammt aus Breda und gilt als Nachfolger des früheren Bosses der sogenannten Mocro-Mafia. Er soll Kokain in riesigen Mengen vor allem über die Häfen von Rotterdam und Antwerpen geschleust und dabei Dutzende Millionen Euro verdient haben. Ein Gericht in Rotterdam verurteilte ihn 2024 in Abwesenheit zu 24 Jahren Haft, unter anderem wegen des Schmuggels von fast 7000 Kilogramm Kokain, eines bewaffneten Raubüberfalls und eines Auftragsmordes. In Belgien erhielt er sogar 79 Jahre.

Seit 2024 soll er sich in Sierra Leone aufhalten, berichtet „NL Times“. Dort wurde er laut Berichten bei einer Neujahrsmesse im Geburtsort von Präsident Julius Maada Bio gefilmt, der Staatschef saß zwei Reihen vor ihm. Bio erklärte später, er kenne Leijdekkers nicht. Mehrere Quellen berichten, der Gesuchte habe eine Beziehung zu einer Tochter des Präsidenten. Bestätigt ist das nicht.

Leijdekkers’ Bruder Harry in Türkei festgenommen

Seit über einem Jahr versuchen die Niederlande vergeblich, seine Auslieferung zu erreichen. Justizminister David van Weel hält es für nicht vermittelbar, dass Europa ein Land finanziert, das dem Verurteilten einen sicheren Hafen bietet. Die EU setzte inzwischen Hilfsgelder für Sierra Leone aus. Im Sommer wurde zudem Leijdekkers’ älterer Bruder Harry in der Türkei festgenommen und an die Niederlande überstellt.

Van Weel nannte die Aufstockung der Belohnung „angebracht“. „Sie ist angesichts der Bedrohung, die Leijdekkers für die nationale Sicherheit, unseren demokratischen Rechtsstaat und die internationale Rechtsordnung darstellt, notwendig“, erklärte der Minister. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Gesuchte gefasst wird. „Die Niederlande setzen in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft alles daran, die Festnahme von Leijdekkers zu erreichen“, fügte er hinzu. (afp/gk)