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Eltern kämpften vor Gericht Jetzt ist ihr Sohn Archie (12) tot – Familie „am Boden zerstört“

04.08.2022, Großbritannien, London: Dieses undatierte von der Familie zur Verfügung gestellte Foto zeigt Archie Battersbee.

Dieses undatierte von der Familie zur Verfügung gestellte Foto zeigt den inzwischen verstorbenen Jungen Archie Battersbee.

Archie Battersbee aus Großbritannien hatte sich im Frühjahr bei einem häuslichen Unfall schwere Hirnverletzungen zugezogen – danach kämpften seine Eltern um lebenserhaltende Maßnahmen bei ihrem Sohn. Nun ist der Junge gestorben – die Geräte wurden abgestellt.

Jetzt kann er in Frieden ruhen. Der unheilbar kranke Archie Battersbee ist tot. Das Schicksal des erst 12 Jahre alten Jungen aus Großbritannien berührte Menschen auf der ganzen Welt. Die Maßnahmen, die den Zwölfjährigen am Leben gehalten hatten, wurden am Samstag (6. August) beendet.

Archie sei demnach um 12.15 Uhr (Ortszeit) gestorben, sagte seine Mutter Hollie Dance laut Nachrichtenagentur PA am Nachmittag vor dem Londoner Krankenhaus, in dem ihr Sohn in den vergangenen Monaten an lebenserhaltende Geräte angeschlossen war.

London: Archie (12) tot – Geräte wurden abgestellt

Die Mutter hatte bereits am Freitag (5. August) angekündigt, dass die Geräte am Samstagvormittag abgestellt werden sollten.

Archie habe bis zum Schluss gekämpft. Nach Angaben seiner Familie wurden seine Medikamente um 10 Uhr abgesetzt, ehe zwei Stunden später auch die Beatmungsgeräte entfernt wurden.

Archie lag seit April 2022 im Koma. Bei einem Unfall zu Hause in Southend-on-Sea rund 60 Kilometer östlich von London hatte er sich schwere Hirnverletzungen zugezogen – womöglich bei einer Internet-Mutprobe.

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sahen keine Chance mehr auf eine Genesung des Kindes. Im Royal London Hospital wurde Archie unter anderem mit Beatmungsgeräten und Medikamenten am Leben gehalten.

Die Eltern hatten rechtlich vergeblich gegen das Abschalten der Geräte gekämpft. Zuletzt waren sie am Freitag vor dem Berufungsgericht in London und beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg mit Anträgen gescheitert, ihn vom Krankenhaus in ein Hospiz zu verlegen.

Damit wollten sie erreichen, dass ihr Sohn seine letzten Stunden in einer ruhigeren, friedlicheren Umgebung erleben konnte. Das Krankenhaus hatte dies zuvor wegen seines instabilen Zustands abgelehnt.

Archie in London gestorben: Seine Familie ist „am Boden zerstört“

Auch das Berufungsgericht erklärte, es sei im besten Interesse des Jungen, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen im Krankenhaus statt in einer anderen Umgebung eingestellt würden. Das Gericht in Straßburg erklärte, dass der Antrag nicht in seinen Zuständigkeitsbereich falle.

„Alle rechtlichen Möglichkeiten wurden ausgeschöpft“, sagte ein Sprecher der christlichen Organisation Christian Concern, die Archies Familie unterstützt, daraufhin dem Sender Sky News. Die Familie sei „am Boden zerstört“. (dpa)

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