Nach einer Krebserkrankung verliert der Brite Steven Hamill zehn Zentimeter von seinem Penis. Nun will er anderen Mut machen – und spricht offen über sein Sexleben.
Spitzname „Stummelchen“10 Zentimeter vom Penis weg: Steven spricht offen über Sexleben

Copyright: TikTok/@stevenhamillstories
Steven Hamill verlor seinen halben Penis nach einer Krebsdiagnose.
Es war eine erschütternde Diagnose, die für Steven Hamill alles veränderte.
Im Frühjahr 2019 suchte der heute 33-Jährige zum ersten Mal seinen Hausarzt auf, klagte über Schmerzen und Schwellungen im Genitalbereich. Zunächst wurde bei Steven eine Entzündung der Eichel diagnostiziert, die durch eine Infektion oder Reizung verursacht werden kann. Mit einer Salbe wurde er nach Hause geschickt.
„Es fühlte sich an, als würde jemand eine Nadel in die Spitze meines Penis stechen“, so Steven.
Nachdem seine Schmerzen jedoch immer heftiger wurden, wurde er in die Notaufnahme gebracht. Er wurde ohnmächtig und wachte in einer Blutlache auf. Im Krankenhaus stellten die Ärzte bei ihm die verheerende Diagnose: Peniskrebs. Der war bereits so weit fortgeschritten, dass eine Teilamputation erforderlich war.
Steve verliert zehn Zentimeter von seinem Penis
Es folgte ein Eingriff, der als partielle Penektomie bekannt ist. Ihm wurden rund zehn Zentimeter von seinem Penis abgenommen. Steven hatte panische Angst. „Jedes Mal, wenn ich ins Bett ging, dachte ich: ‚Werde ich heute Nacht sterben? Werde ich nächste Woche erleben? Soll ich Pläne für nächste Woche machen?'“, sagte er.
Von seinen Kumpels bekam Steven nach dem Eingriff einen derben Beinamen verpasst: „Stummelchen“. „Als ich in unserem Gruppenchat von der Krebsdiagnose erzählte, hat einer von ihnen meinen Spitznamen in ,Stummelchen' geändert und so werde ich immer noch genannt“, berichtet der Mann aus Cheshire. Heute könne er drüber lachen.
Steven hat sich sein Leben zurückgekämpft. Heute gilt er als geheilt und ist auch im Bett wieder ohne Einschränkungen aktiv. Trotz der ärztlichen Prognose, niemals Nachwuchs zeugen zu können, hat er weiterhin Sex und ist sogar 2022 Vater eines Jungen geworden.
„Ich hatte wirklich Glück, dass ich vorher gut bestückt war“, meint er. „Ich wurde auf den Durchschnitt heruntergestuft, also auf etwa zehn Zentimeter.“ Bei einer normalen Größe vor dem Eingriff wäre fast nichts mehr vorhanden gewesen.
Die psychischen Wunden sind jedoch lange geblieben. Als alleinstehender Mann rang er damals damit, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um eine potenzielle Partnerin über seine medizinische Vergangenheit aufzuklären.
„Sucht euch schnellstmöglich Hilfe“
Er musste den Umgang mit einem „völlig neuen Werkzeug“ erst wieder erlernen, sagt er. „Wenn es um Intimität geht, mache ich mir manchmal einen Kopf und denke: ‚Sie wird denken, dass mein Penis wirklich komisch aussieht‘. Ich bin ständig unsicher“, gesteht er.
Steven möchte mit seiner Erzählung jetzt andere Männer aufrütteln, vor allen Dingen über die sozialen Medien. Auf TikTok spricht er offen über sein Sexleben und seine Ängste, Tausende Menschen schauen dort seine Videos. Noch heute plagen ihn Phantomschmerzen und Albträume, in denen er die Qualen von damals wieder durchmacht. Seine Botschaft ist unmissverständlich: „Wenn sich irgendetwas nicht richtig anfühlt, schämt euch nicht und wartet nicht darauf, dass es von allein weggeht. Sucht euch schnellstmöglich Hilfe und lasst keine Zeit vergehen.“ (mg)

