Warnung vor Überflutungen Wetterdienst rät: Türen und Fenster geschlossen halten 

Ein Feuerwehrmann spricht mit dem Fahrer eines Taxis, das sich im Hochwasser festgefahren hat. Starkregen lässt Straßen überfluten.

Schon am 3. Juni 2021 hat es in Essen sintflutartige Regenfälle gegeben. Wetterexperten waren für die nächsten Tage vor Stark- und Dauerregen in NRW.

Der Deutsche Wetter Dienst (DWD) warnt ab Dienstag vor Unwettern mit Starkregen, Sturmböen, Hagel und Dauerregen. Örtlich sind bis zu 200 Liter pro Quadratmeter möglich.

Köln. Es wird heftig! Mit großer Eindringlichkeit warnt der Deutsche Wetterdienst vor extrem ergiebigem Dauerregen. Besonders treffen wird es nach aktuellen Prognosen den Südwesten Nordrhein-Westfalens.

Zwischen Dienstagvormittag (13. Juli)  und Donnerstagmorgen (15. Juli)  würden Niederschlagsmengen zwischen 80 und 180 Liter pro Quadratmeter erwartet, teilte die Wetterbehörde in Essen mit. „Infolge des Dauerregens sind unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich“, schrieb der DWD. Auch Erdrutsche seien möglich. Die Meteorologen rieten: „Schließen Sie alle Fenster und Türen!“

Höchste Warnstufe für südwesten von NRW

Die amtliche Unwetterwarnung der höchsten Warnstufe gilt für die Kreise Euskirchen, Aachen, Düren, Bonn, den Rhein-Erft-Kreis sowie für Teile Kölns und des Rhein-Sieg-Kreises.

Grund für das extreme Wetter ist ein Tiefdruckgebiet, das von Frankreich nach Mitteleuropa zieht und in NRW in den kommenden Tagen für unbeständiges Wetter mit viel Regen und Unwettern sorgt. 

Wann und wo genau sei noch „sehr unsicher“. Erwartet wird jedoch eine „Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial“. Zum Vergleich: Zwischen 1961 und 1990 fielen in Nordrhein-Westfalen im gesamten Juli im Schnitt 82 Liter Regen pro Quadratmeter.

NRW: DWD warnt erneut vor Unwettern im Westen Deutschlands

Mit Unterbrechungen zögen Starkregengebiete mit eingelagerten Gewittern auf, hieß es weiter. „Dabei regnet es teils extrem kräftig.“ Lokal seien innerhalb von 48 bis 60 Stunden 70 bis 120 Liter, punktuell auch bis zu 200 Liter pro Quadratmeter denkbar. Die Regenmengen könnten auf kleinem Raum sehr unterschiedlich sein. 

Benjamin Stöwe steht im ZDF MoMa vor der Wetterkarte. Er warnt vor Stark- und Dauerregen.

Benjamin Stöwe warnt im ZDF MoMa am Dienstag, 13. Juli, vor heftigen Regenfällen in NRW.

Wetterexperte Benjamin Stöwe sagt dazu am Dienstagmorgen im ZDF MoMa: „Das ist eigentlich viel zu viel.“

NRW: Vorsicht vor Hochwasser

Unwetterartigen Regen und Dauerregen können auch für Hochwasser sorgen. „Bitte achten Sie auf die aktuellen Pegelstände. In ohnehin immer wieder durch Hochwasser gefährdeten Regionen sichern Sie ihren Keller. Das könnte recht brenzlig werden“, warnt Wetterexperte Dominik Jung. „Ein so intensive Dauerregenlage im Sommer und das über 72 Stunden ist im Westen des Landes eher selten. So krasse Niederschlagssummen habe ich im Westen selten gesehen.“ 

Zudem sei auch Hagelschauer mit Hagelkörnern in einer Größe von rund zwei Zentimetern und stürmische Böen oder Sturmböen zwischen 60 und 80 Kilometer pro Stunde zu rechnen.

NRW: Starkregen auch am Mittwoch erwartet

Vor allem ab Mittwochnachmittag erwarten die Meteorologen kräftige Gewitter, bei denen es innerhalb weniger Stunden 20, 40 oder auch 70 Liter pro Quadratmeter regnen kann. 

„Der Schwerpunkt liegt wahrscheinlich in einem Bereich von der Mitte bis in den Südwesten von NRW“, hieß es. Der DWD betonte am Dienstagnachmittag, dass es noch größere Modellunsicherheiten gebe.

Das Landesumweltamt erwartet entsprechende Hochwasserlagen in zahlreichen Gewässern Nordrhein-Westfalens. „Wir rechnen damit, dass nicht nur die kleineren Gewässer, sondern auch die größeren ab Mittwoch beginnen, Warnwerte zu überschreiten“, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), Bernd Mehlig, in Duisburg. Als Beispiele nannte er die Rur, die Erft und die Sieg.

„Wir sprechen nicht nur von erhöhtem Wasserständen“, so Mehlig weiter. Aufgrund der angekündigten Wassermengen könne es eine ernstzunehmende Situation werden. „Wir gucken mit Aufmerksamkeit hin.“ (dpa/mie)

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