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Sprengsätze im ICEZugriff auf dem Klo – jetzt ermittelt der Staatsschutz

Aktualisiert:

In einem ICE in Nordrhein-Westfalen zündet ein Mann am Gründonnerstag Pyrotechnik – und droht mit einem Anschlag. Am Tag danach steht die Polizei noch vor vielen offenen Fragen.

Der Schock sitzt bei den Betroffenen noch tief. Ihre Reise am Gründonnerstag im ICE 19 von Aachen nach Frankfurt endete abrupt in Siegburg, nachdem ein 20 Jahre alter Mann Pyrotechnik zündete und damit drohte, „möglichst viele Menschen abzustechen“.

Während der Tatverdächtige in Polizeigewahrsam ist, ermittelt die Kriminalpolizei weiter zu den Hintergründen, sagte ein Sprecher. Ein Motiv ist bislang nicht erkennbar. Ob der mutmaßliche Täter sich bereits geäußert hat, ist bislang nicht bekannt.

ICE-Anschlag: Staatsschutz ermittelt – Täter war Behörden offenbar bekannt

Wie am Karfreitag (3. April) mitgeteilt wurde, ermittelt jetzt der Staatsschutz. Weitere Auskünfte zu den möglichen Hintergründen der Tat gab eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht.

Der Tatverdächtige soll den Behörden bereits vor der Tat bekannt gewesen sein, berichtet „bild.de“. Die Polizeisprecherin machte dazu zunächst keine Angaben.

Der 20-jährige Deutsche blieb am Tag nach der Tat zunächst in Polizeigewahrsam. Ob er  vor einen Haftrichter kommt, soll sich demnach im Laufe des Tages entscheiden. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz ermittelt.

Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Dann soll der 20-Jährige zwei pyrotechnische Gegenstände gezündet und sich dann auf die Zugtoilette zurückgezogen haben. Dort wurde der Tatverdächtige dann durch einen mutigen männlichen Zeugen in eine Zugtoilette gedrängt und dort eingesperrt.

An Bord des ICE befanden sich nach aktuellen, von der Polizei korrigierten Zahlen, 183 Passagiere. Sie wurden auf Geheiß der Polizei in einem gegenüberliegenden Parkhaus untergebracht, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Die Fahrgäste wurden von Rettungskräften betreut. Die Feuerwehr brachte sie anschließend in die Turnhalle eines nahegelegenen Berufskollegs, wo sie mit Getränken versorgt wurden.

Bei dem mutmaßlichen Angreifen wurden neben zwei Messern auch eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper sichergestellt. Offenbar benutze er eine sogenannte Softair-Granate.

Dabei handelt es sich um Zubehör aus dem Airsoft-Sport, das dazu dient, eine Explosion zu simulieren. Diese Waffen funktionieren in der Regel mit Gas oder Federmechanik. Sie verteilt kleine Plastikkugeln oder erzeugt einen Knall. Die Waffe ist glücklicherweise nicht tödlich, allerdings kann sie bei unsachgemäßer Nutzung schwere Verletzungen verursachen. (dpa)

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