„Vater verloren“ In NRW: Kinder von Corona-Leugnern gründen Selbsthilfegruppe 

Teilnehmer einer Demonstration von Corona-Impfgegnern auf dem Glockengießerwall in Hamburg.

In NRW haben Angehörige von Corona-Leugnern die erste Selbsthilfegruppe gegründet. Auf dem Foto ist eine Demonstration von Impfgegnern in Hamburg zu sehen. 

In NRW haben Angehörige von Corona-Leugnern eine Selbsthilfegruppe in Bochum gegründet.

Eine Frau aus Bochum hat mit Freunden eine Selbsthilfegruppe für Angehörige sogenannter Querdenker gegründet. Dabei handelt es sich um die erste Selbsthilfegruppe dieser Art in ganz NRW.

Für die Kinder sei es oft schwer, mit den Eltern umzugehen, die an sehr vieles glauben, aber nicht an das Coronavirus. Die Pandemie sei eine Erfindung, und die Coronaschutz-Impfung mache krank, so sieht das jedenfalls der Vater der Selbsthilfegruppen-Gründerin.

NRW: Kinder von Corona-Leugnern gründen erste Selbsthilfegruppe

Die junge Frau schildert im Interview mit dem WDR, wie die Initiative zur Selbsthilfegruppe entstanden ist und wie schwer der Alltag mit ihrem Vater war, bevor sie sich Hilfe bei der Sekteninfo in Essen gesucht und schließlich die Selbsthilfegruppe gegründet hat.

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Zuletzt seien Telefonate mit ihrem Vater nur noch eskaliert und in einer endlosen Schreierei geendet. Einmal sei das Gespräch besonders ausgeufert, sodass der jungen Frau regelrecht angst und bange wurde.

NRW-Selbsthilfegruppe für Angehörige von Corona-Leugnern

„Eine Aneinanderreihung aller Stereotypen. „Das ist ja wie im Holocaust!“, „Wir leben in einer Diktatur!“, „Wir leben im Bürgerkrieg“ und immer so weiter. Ich habe das Gespräch abgebrochen. Das war nicht mein Vater. Dann habe ich zwei Stunden geheult. Ich hatte das Gefühl, gerade meinen Vater verlorenen zu haben“, schildert die Frau, die sich gegenüber WDR.de als „Sarah“ äußert.

Ein Ansprechpartner der Sekteninfo Essen habe ihr dann erst einmal Tipps zum Umgang mit ihrem Vater gegeben, die ihr sehr geholfen haben.

Zum Beispiel: Argumentation mit Fakten vermeiden und lieber auf der emotionalen Ebene bleiben. Besonders schockiert habe Sarah jedoch, dass es in ganz NRW noch keine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Corona-Leugnern geben würde – und das ganze zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie.

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Corona-Leugnern – viele Anfragen

Bei jedem Aufmarsch, den Corona-Leugner oft als „Spaziergang“ bezeichnen, seien schließlich Hunderte Menschen dabei, die alle Eltern, Kinder und Angehörige hätten. Aktuell hätte ihre neue Selbsthilfegruppe auch Anfragen aus Köln und anderen NRW-Städten. Nun will sie die Selbsthilfegruppe erst einmal bekannter machen. (mj)

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