Nach Feuer in Moria Laschet will jetzt deutlich mehr Flüchtlinge in NRW aufnehmen

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NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) kündigt Soforthilfe für Griechenland an, nachdem das Flüchtlingscamp Moria vollständig abgebrannt ist. Das Foto zeigt Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Düsseldorf – Das Flüchtlingscamp Moria ist nahezu vollständig abgebrannt. NRW-Ministerpräsident Laschet kündigt Soforthilfe an: NRW soll doppelt so viele Flüchtlinge aus dem griechischen Camp aufnehmen wie bislang geplant.

  • NRW-Ministerpräsident Laschet will bis zu 1.000 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen.
  • Das Flüchtlingslager Moria ist vollständig abgebrannt.
  • Laschet habe dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis bereits direkte Hilfe angeboten.

Nach Brand in Flüchtlingscamp: NRW will bis zu 1.000 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will in Nordrhein-Westfalen bis zu 1.000 Flüchtlinge aus dem fast vollständig abgebrannten griechischen Flüchtlingscamp Moria aufnehmen. Das kündigte der CDU-Politiker am Mittwoch (9. September) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf an.

„Die Bilder aus Moria sind bestürzend. Die Menschen auf der Flucht haben nach dem Feuer alles verloren, selbst das einfache Dach über dem Kopf“, erklärte er seinen Vorstoß. „Hier ist schnelle humanitäre Hilfe erforderlich.“

Er habe dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis bereits direkte Hilfe angeboten. „Wir brauchen jetzt beides: Eine schnelle Soforthilfe für Moria und eine nachhaltige, europäische Hilfe bei der Aufnahme von Kindern und Familien.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: „Der Hilferuf aus Moria wird in Nordrhein-Westfalen gehört.“

Der Bundesregierung habe er Unterstützung bei der Ausstattung angeboten – „mit Zelten, Medikamenten und allem, was es jetzt besonders dringend braucht“, berichtete Laschet. „Jetzt kommt es darauf an, dass Griechenland genau sagt, was es braucht. Der Hilferuf aus Moria wird in Nordrhein-Westfalen gehört.“

Nach Angaben von Landesflüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) vom Dienstag hatte NRW bislang 105 geflüchtete kranke Kinder und deren engsten Familienangehörigen von den griechischen Inseln aufgenommen und zunächst Bereitschaft für die Aufnahme von insgesamt 500 signalisiert.

„Es ist erbärmlich, dass die EU so lange zugeschaut hat, bis es in Moria zu dieser Eskalation gekommen ist“, kritisierte Stamp am Mittwoch. „Deutschland hat die Ratspräsidentschaft inne und trägt Verantwortung.“ Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) seien untätig geblieben. „Wenn die EU nicht in der Lage ist, wenige Tausend Migranten menschenwürdig unterzubringen, ist das eine Bankrotterklärung der europäischen Werteordnung.“

Flüchtlingscamp Moria: Größtes Flüchtlingslager in Europa

Anfang August hatten Laschet und Stamp das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos besucht, um sich ein Bild von den Zuständen im völlig überfüllten Camp zu machen. In der Nacht zum Mittwoch wurde das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas durch einen Großbrand nahezu vollständig zerstört worden. Verletzt wurde nach vorläufigen Angaben niemand.

Die griechische Regierung geht von Brandstiftung aus. Moria gilt mit derzeit etwa 12.600 Bewohnern als das größte Flüchtlingslager Europas – diese Menschen sind nun obdachlos. An den dortigen Zuständen gibt es seit Jahren massive Kritik. (dpa)

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