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„Es verschlug uns die Sprache“Kölner Tierretter stoßen auf Wand aus Käfigen

Copyright: Team für Tiere Köln

In Hennef wurden zahlreiche Kaninchen und Hamster unter erschreckenden Umständen entdeckt.

Kölner Tierretter sind zu einem Einsatz im Rhein-Sieg-Kreis gerufen worden. Vor Ort verschlug es ihnen die Sprache.

Kein Futter, kein Wasser, lebende Kaninchen neben Kadavern... Als das „Team für Tiere Köln“ eintrifft, blicken ihnen verängstigte Augen aus den Käfigen entgegen, ein Kaninchen drückt sein Schnäuzchen fest durch die Gitterstäbe, als wolle es sage:  Bitte helft uns...

Nicht ohne Grund haben die Kölner Tierretter über ihren Bericht auf Facebook eine Triggerwarnung platziert. Jordan Wieland vom Team für Tiere Köln: „Als wir vor Ort ankamen, verschlug es uns die Sprache.“

Kölner Tierretter: tote Tiere aus Käfigen geborgen

Das „Team aus Köln“ war vom Ordnungsamt Hennef und dem Tierheim Troisdorf um Unterstützung gebeten worden, nachdem in einem Haus in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) zahlreiche Kaninchen und Hamster unter erschreckenden Umständen entdeckt worden waren.

„In einer Garage fanden wir eine Wand aus Boxen, die teilweise nummeriert waren. In der Wohnung befanden sich zusätzlich selbstgebaute Ställe für Hamster“, schildert Jordan Wieland. In den Kaninchenställen hätten tote Tiere neben ihren noch lebenden Artgenossen gelegen. Der Tierretter: „Futter und Wasser? Fehlanzeige. Wir haben sie als erstes versorgt und die toten Tiere aus den Käfigen geborgen.“

Bei den Hamstern hätten sie das gleiche erschütternde Bild vorgefunden. „Kein Futter, kein Wasser – und sogar frisch geborene Hamster, die dringend auf eine ausreichende Versorgung angewiesen waren“, so Wieland.

Was sie an diesem Tag gesehen hätten, mache sie bis heute fassungslos. Jordan Wieland: „Wie kann es sein, dass Lebewesen unter solchen Bedingungen gehalten werden? Tiere, die vollständig auf unsere Fürsorge angewiesen sind und deren elementare Grundbedürfnisse offenbar nicht erfüllt wurden.“

Käfige stehen neben- und übereinander.

Copyright: Team für Tiere Köln

In Hennef wurden zahlreiche Kaninchen und Hamster unter erschreckenden Umständen entdeckt.

Der Besitzer soll bereits seit rund fünf Jahren Kaninchen, seit rund einem Jahr Hamster züchten, um sie zu verkaufen. „Er war während unseres Einsatzes vor Ort, hat sich aber immer wieder zurückgezogen, weil das für ihn wohl alles zu viel war“, so der Tierretter gegenüber EXPRESS.de. „Wir haben den Fall auch beim Veterinäramt angezeigt.“

Jordan Wieland stellt seine Sicht klar: „Das war einfach eine Geldmaschine. Wir haben 19 Hamster und zwölf Kaninchen da rausgeholt.“

Das „Team für Tiere Köln“ half, für die Tiere schnellstmöglich geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Unterstützung kam dabei auch von der Tierrettung „Vier Pfoten Notdienst“.

Das Kölner Team ist unermüdlich im Einsatz. Wie unter anderem im Fall der Mischlingshündin Nanni, die aus einem völlig verwahrlosten Haus eines Verstorbenen gerettet wurde. Doch auch die Tierretter brauchen Hilfe. Wer sie mit einer Spende unterstützen möchte, findet unter teamfuertiere.koeln alle Informationen.