Flut-Katastrophe in Erftstadt Feuerwehr soll trotz frühzeitiger Warnungen nicht reagiert haben

Die Feuerwehr soll trotz Warnungen zur Flut in Erftstadt nicht direkt reagiert reagiert haben. Auf dem Foto sind Trümmer von Häusern in Erftstadt zu sehen.

Die Feuerwehr soll trotz Warnungen zur Flut in Erftstadt nicht direkt reagiert reagiert haben. 

Obwohl früh genug Warnungen zur Überflutung in Erftstadt vorlagen, sollen Feuerwehr und Stadtverwaltung nicht reagiert haben. 20 Stunden vor der Flutkatastrophe hätten die Menschen in Erftstadt sich noch retten können.

Erftstadt/Köln. Tage vor der Flutkatastrophe im Juli 2021 hatte es bereits Informationen zu der drohenden Überschwemmung in Erftstadt gegeben. Die Feuerwehr und Stadtverwaltung sollen jedoch diese Warnungen ignoriert haben. 

Erftstadt: Feuerwehr soll nicht auf Warnungen zu Überflutung reagiert haben

Ganze 20 Stunden hätten Bewohner Zeit gehabt, um sich auf die bevorstehende Überflutung in Erftstadt vorzubereiten. Doch die Feuerwehr soll nicht auf die Warnungen reagiert haben. Wie der WDR jetzt berichtet, habe die Feuerwehr notwendige Informationen nicht erhalten, da diese „blind“ gewesen sei. Kurz vor dem großen Unglück seien sämtliche Verständigungsmittel sowie auch der Feuerwehrfunk ausgefallen. 

Doch bereits drei Tage vor dem Hochwasser in NRW hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor möglichen heftigen Überflutungen in Erftstadt gewarnt. Laut dem Wasserexperten Nacken sind diese Warnungen auch über Medien und Warn-Apps kommuniziert worden.

Flut-Katastrophe: Kiesgrube in Erftstadt trotz Tabu-Zone genehmigt

Zudem wird die Genehmigung der Kiesgrube in Erftstadt kritisiert. Zunächst war das ganze Wasser in die Grube gelaufen und hatte einem Rückhaltebecken geglichen. Doch das Wasser drang später in die Böschung ein und die Grube rutschte ab. 

Das WDR-Magazin Westpol hatte in dem Fall recherchiert und kam zu dem Ergebnis, dass die Kiesgrube so niemals hätte genehmigt werden dürfen, da sie sich in einer Tabu-Zone für Hochwasserschutz befindet. Schon im Planfeststellungsbeschluss von 1998 steht, dass die Erweiterungsfläche „im gesetzlich festgelegten Überschwemmungsgebiet der Erft.“ liege. Weiter heißt es in dem Beschluss: „Bei extremem Hochwasser könnte der Raum zwischen Erft und Oberkantenverwallung als Überflutungsraum genutzt werden.“

Überschwemmung Erftstadt: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Kiesgrube

Und dennoch: Der Bau und auch die Erweiterung der Kiesgrube wurden genehmigt. Es habe, so Peter Hogrebe von der Bezirksregierung Arnsberg, „letztendlich nicht hinreichend genügend Versagensgründe, um das zu verbieten“, gegeben. 

Derweil hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Baugefährdung eingeleitet. Dabei wird unter anderem auch überprüft, ob auch Amtsinhaber für Personen- oder Sachschäden verantwortlich sein könnten. (lh)

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