„Pure Folter“ Haar-OP wurde für Männer zum Albtraum – NRW-Gericht spricht zwei Schwestern schuldig

Ein Mann mit Halbglatze von hinten

Weil sie bei Haartransplantationen pfuschten, wurden zwei Frauen am Montag (12. September 2022) in Düsseldorf verurteilt. Das Symbolbild wurde 2016 aufgenommen.

Der Traum von einer üppigen Haarpracht ist für mehrere Männer in einem Albtraum geendet. Jetzt sind zwei Frauen in Düsseldorf verurteilt worden.

Die Klinik lag im Hinterhof, die angebliche Ärztin war gar keine, auch ihre Assistentin war unqualifiziert: Wegen gefährlichen Pfuschs bei Haartransplantationen sind am Montag (12. September) zwei Schwestern vom Düsseldorfer Amtsgericht zu je einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht sprach die 29- und 36-jährigen Frauen wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrug und Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz schuldig. 

Prozess in Düsseldorf: Ein Patient wurde bei OP bewusstlos

Die Anklage hatte drei Geschädigte aufgeführt. Die Männer (27 bis 33) aus Trier, Braunschweig und Bremen litten unter Schmerzen und Blutungen, weil ihnen Haare und Hautabschnitte zum Teil ohne Betäubung transplantiert worden sein sollen.

Ein Patient wurde mehrfach bewusstlos, musste sich übergeben und wurde schließlich mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Im Prozess erzählte er, dass die Operation bis zu sechs Stunden gedauert habe: „Die letzten zwei Stunden waren pure Folter.“ 

Über die Risiken des rund 2000 Euro teuren Eingriffs sollen die Männer nicht aufgeklärt worden sein. Ein Vertreter der Klinik soll vor dem Eingriff beteuert haben, die Operation werde von ärztlichem Fachpersonal ausgeführt.

Auf der Anklagebank schwiegen die Schwestern zu den Vorwürfen. Weil sowohl ihre Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig. (dpa)

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