Eine Million Euro futsch Kurioser Sparkassen-Vorfall in NRW – Rätsel um Tresorraum-Tür

Das Symbolfoto vom 12. November 2020 zeigt den Eingang einer Kreissparkasse. Aktuell läuft ein Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht. Es geht um das Verschwinden von fast einer Million Euro.

Das Symbolfoto vom 12. November 2020 zeigt den Eingang einer Kreissparkasse. Aktuell läuft ein Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht. Es geht um das Verschwinden von fast einer Million Euro. 

Wie kann das sein? Fast eine Million Euro sind aus der Sparkassenfiliale in Erkrath verschwunden. Wer kommt jetzt für den Schaden auf?

Wenn dieser Fall je aufgeklärt wird, ist er sicher eine Vorlage für einen Hollywood-Knüller.

Morgens früh liefert ein Geldtransporter abgepackte Geldnoten an die Kreissparkasse Düsseldorf. Angestellte zählen nach und bringen die Kohle in den Tresor. Abends ist der leer geräumt, knapp eine Million futsch. Aus dem verschlossenen Safe.

Kreissparkasse Erkrath: War die Tür zum Tresorraum nicht geschlossen?

Jetzt muss sich das Düsseldorfer Landgericht mit dem Rätsel um die verschwundene Million beschäftigen. Bis heute bleibt der Coup in der Sparkassenfiliale in Erkrath ungelöst. Es gab Verdächtige und Durchsuchungen. Aber das Geld blieb verschwunden, der Fall ungeklärt.

Die Kreissparkasse ist wie viele andere Geldinstitute auch gegen Verbrechen versichert. Doch die Provinzial will nicht zahlen. Deshalb klagt die Sparkasse jetzt gegen die Versicherung. Denn die stellt in den Raum, dass die Türe zum Tresorraum im Keller gar nicht geschlossen war. Damit entfiele eine Haftung.

Deshalb muss der Fall jetzt vor dem Landgericht aufgeklärt werden. Denn umstritten ist auch, wie viel Geld tatsächlich im Tresor war.
Die Bank bestellte bei der Bundesbank regelmäßig Geld für den Kundenbedarf. Das wird dann in sogenannten „Safe-Bags“, also speziellen Sicherheitstaschen, vom Geldtransportunternehmen geliefert. Getrennt wird zwischen den Scheinen für die Automaten und dem Geld für den Kassenbereich.

Bankangestellte äußert sich – später Hebelspuren an Tresortür

Bankangestellte Corinna  M. (38/ Name geändert) nahm am 19. Juni 2019  gemeinsam mit ihrer Kollegin die Lieferung entgegen. Sie quittierte den Empfang und beide zählten das Geld. Corinna M. war eine der wenigen, die einen Schlüssel zu den Schließfachbereichen der Privatkunden hatte.

An der Zentralkasse nahm sie weitere Schlüssel aus einer Kassette.
Vom Schließfachbereich im Keller führt eine Blindtüre zum Tresorraum. Den öffnete sie und notierte auf einem Zettel in dem Raum die Summe, die sich jetzt insgesamt in den Schließfächern vom Tresor befand: Es waren nach den Aufzeichnungen 934.000 Euro.

Corinna M. erzählte auch, dass niemand dokumentierte, wer sich die Schlüssel an der Zentralkasse abholt.

An der Tresortür stellte man später Hebelspuren fest. Ob die mit dem Million-Coup zusammen hängen, steht nicht fest. Es bleiben also etliche Fragen offen. Ein vom Richter vorgeschlagener Vergleich, 40 Prozent des Verlustes auszugleichen, wurde zunächst abgelehnt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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