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Kritik von EXPRESS-Usern Radfahrer für Veränderungen nach Todes-Unfall in Düsseldorf

Radfahrer tot Oberbilk

Die Retter konnten am Montag (27. Juli) in Oberbilk nichts mehr für den tödlich verletzten Radfahrer (53) tun. Die Straße, an der der Unfall passierte, zählt zu einem der Crashschwerpunkte in Düsseldorf.

Düsseldorf – Die neue Woche begann in Düsseldorf am Montag (27. Juli) mit einem Drama. An der Werdener Straße, direkt vor dem Justizzentrum, wurde ein Radfahrer (53) von einem Lkw überfahren und starb noch an der Unfallstelle.

Die ist dabei keine Unbekannte, denn sie zählt zu einem der Crashschwerpunkte am Rhein. Das zeigt jetzt eine neues Projekt der NRW-Landesregierung und bestätigt damit die Sorgen von vielen radelnden EXPRESS-Usern.

Radfahren in Düsseldorf: Hier hat es Zweirad-Fahrer am Rhein 2019 am häufigsten erwischt

Im Internet hat das Statistische Landesamt jetzt nämlich den digitalen „Unfallatlas“ online gestellt. Mithilfe von Daten aus Unfallstatistiken und Meldungen der Polizei zeigt der, wo es auf den Straßen in ganz Deutschland und damit auch in Düsseldorf am meisten kracht.

Das Ergebnis: In der Landeshauptstadt gibt es sechs Punkte, an denen es im Jahr 2019 zwischen vier und 15 Unfälle mit Fahrradfahrern gab. An der Werdender Straße/Oberbilker Markt, der Kölner Landstraße/A46, der Kölner Straße/Worringer Platz, der Cecilienallee/Klever Straße, der Münsterstraße/Moltkestraße und der Kalkumer Straße/An der Piwipp.

Radfahren in Düsseldorf: „Jede Kreuzung in Düsseldorf ist eine Todesfalle“, sagt eine Expertin

Im Verkehrsbericht 2019 der Düsseldorfer Polizei sind insgesamt 923 Verkehrsunfälle mit Radfahrern verzeichnet. Dabei wurden 782 Personen verletzt, 698 leicht und 84 schwer. Todesopfer gab es glücklicherweise in den letzten zwölf Monaten keine – bis Montag.

Ein Grund für die vielen Kollisionen: Das Radwegenetz ist laut Experten veraltet. Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende vom Düsseldorfer ADFC, fällte hier im Gespräch mit dem EXPRESS ein vernichtendes Urteil: „Jede Kreuzung in Düsseldorf ist eine Todesfalle.“

Hier sei das Problem, dass die Stadt schlicht nicht genug Geld investiert. Laut ADFC sind nur 2,80 Euro pro Einwohner im Etat 2020 für den Ausbau des Radwegenetzes verplant. Zum Vergleich: In Utrecht sind es 132 Euro und selbst Berlin 4,70 Euro.

Radfahren in Düsseldorf: EXPRESS-User berichten über ihren gefährlichen Alltag im Sattel

Um die Zahl der Radunfälle zu reduzieren, fordern die Experten unter anderem, Parkstreifen vor Kreuzungen abzuschaffen und die Abbiegegeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu senken. Lerke Tyra: „Damit haben Autofahrer und Radler mehr Zeit zu reagieren, denn Abbiege-Situationen sind die Hauptursache bei den Radunfällen.“

Dass sich in Sachen Radverkehr etwas ändern muss, finden auch viele EXPRESS-User, die nach dem tödlichen Unfall an unsere Redaktion geschrieben haben.

Stefan Drüppel: „Die Abbiegespur von der Fährstraße aus Bilk kommend in die Völklinger Straße. Dort achten die Rechtsabbieger oft nur darauf, ob sie auf die Völklinger Straße einfahren können. Mich hat es da selbst schon 2013 erwischt. Ich musste mit dem Rad ausweichen, vollbremsen und stürzte mit der Folge, Handgelenksbruch links und Speichenköpfchenbruch rechts."

Leserfoto Radweg

Der Radweg an der Fichtenstraße/Ecke Lastring gleicht einem Flickenteppich.

Rolf Ribbert: „Die nächste Abbiegerspur auf dem Lastring, nach der Todesspur von Montag (27. Juli), ist richtig schlimm. Hier sieht man Reifenabriebspuren der rechtsabbiegenden Lkw auf dem Radweg. Es gibt dort keinerlei Sicherheitsmarkierung. Da können weder Radfahrer noch Lkw-Fahrer erkennen, wo Radweg und wo Fahrbahn ist. Kurz vor der Unfallstelle von Montag wurde vor Jahren auch schon einmal eine Frau von einem Lkw überrollt.“

Radfahren in Düsseldorf: EXPRESS-Userin hat in Eller fast tagtäglich Todesangst auf dem Weg zur Arbeit

Eva-Kristina Ziegler: „Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad von Hassels nach Flingern zur Arbeit. In Eller habe ich zweimal am Tag nahezu Todesangst. Am Übergang Klein Eller/Am Turnisch sind Radfahrer überhaupt nicht vorgesehen. Wenn ich weiter Richtung Am Turnisch möchte, muss ich den Radweg ungesichert auf die Fahrbahn verlassen. Der Übergang Am Turnisch nach links auf die Reisholzer Straße ist genauso lebensgefährlich. Ich habe jeden Tag Angst, dass mich ein Auto überfährt, das in den Wäschlacker Weg abbiegen will. Deshalb habe ich den Eindruck, dass bei der Planung überhaupt nicht an die Radfahrer in der Stadt gedacht wird.“

Stefan Fickert: „Ob man die Wege Grün oder wie jetzt Rot markiert, macht es keinen Deut besser. Denn viele neue Radwege werden durch die Verengung der Fahrbahn als Parkplatz für die zweite Reihe missbraucht, und schon muss der Radfahrer wieder in den fließenden Verkehr. Dass ein Lkw da schon einmal etwas übersehen kann, ist die logische Konsequenz. Da ich selbst Radfahrer bin und jahrelang Reisebusfahrer war, weiß ich das aus Erfahrung. Viele Radfahrer denken nämlich: Der sieht mich schon und hat ja auch eine Bremse, aber das ist ein tödlicher Trugschluss.“

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