Polizei muss eingreifen Mann (45) flirtet bei „Knuddels“ mit Laura – dann will er sie treffen

Ahmet R. mit seinem Anwalt am 17. November 2022 im Düsseldorfer Amtsgericht. Der Angeklagte verdeckt sein Gesicht mit einem Aktenordner.

Ahmet R. (re.) mit seinem Anwalt am 17. November 2022 im Düsseldorfer Amtsgericht. Er stritt ab, vom Alter der angeblichen Chat-Partnerin gewusst zu haben.

In Düsseldorf musste sich jetzt ein 45-Jähriger vor Gericht verantworten. Der Mann war bei „Knuddels“ unterwegs und wollte sich mit einer vermeintlich 13-Jährigen treffen.

Sebastian M. (27/ Namen geändert) wollte etwas tun – gegen den sexuellen Missbrauch im Netz. Auf der Plattform „Knuddels“ gab er sich als 13-jähriges Mädchen aus. Und Ahmet R. (45) fiel darauf rein. Als er sich mit Laura vor eine Aldi-Filiale treffen wollte, erschien stattdessen die Polizei. Es klickten die Handschellen.

Im Mai erschien Sebastian M. mit einem Kumpel bei der Polizei. Er hatte Screenshots und Aufnahmen eines Chat-Verlaufs mit Ahmet R. dabei. Der hatte sich Anfang Mai bei der Internetseite für Kinder („Knuddels“) angemeldet. Erst machte er bei einem Gruppenchat mit. Dann suchte er den privaten Kontakt zu Laura.

Ahmet R. in Düsseldorf vor Gericht: Flirt mit einer vermutlich 13-Jährigen

Drei Tage lang hatten die beiden Kontakt zusammen. Dabei ahnte Ahmet R. nicht, dass am anderen Ende ein junger Mann ihm auf seine sexuellen Anzüglichkeiten antwortete. Schwer zu ertragen, was Ahmet R. einem vermeintlich jungen Mädchen alles postete.

Die Richterin meinte: „Solche Dinge Kindern zu schreiben, ist strafbar.“ Ahmet R. stritt den Chat nicht mal ab. Er sei damals in einer Krise gewesen. Seine Ehe drohte zu zerbrechen. Deshalb trank er in der Zeit zu viel Alkohol. Sein Anwalt behauptete: „Mein Mandant hat nie geglaubt, dass am anderen Ende ein 13-jähriges Mädchen steht. Er dachte, das ist eine erwachsene Frau. Und er war neugierig, mit wem er sich da unterhielt.“

Deshalb habe er auch immer Fotos von Laura verlangt und sich verabreden wollen. Doch das glaubte die Richterin nicht. Denn immerhin hatte der Angeklagte mehrfach nach dem Alter gefragt. Und Laura antwortete immer, dass sie jünger sei, als sie am Anfang behauptet hatte.

Am Ende gab Laura im Chat zu, dass sie 13 Jahre alt ist. Der Anwalt von Ahmet R. blieb hartnäckig. Er fragte sich, ob die Unterhaltung wirklich komplett eingereicht wurde. Oder nur Ausschnitte, die seinen Mandanten belasten.

Am Ende jedenfalls schickte Laura eine Nachricht: „Ich stehe jetzt bei Aldi. Kommst Du?“ Ahmet R. traf dann aber vor Ort nicht auf Laura, sondern auf die Polizei. Er entschuldigte sich bei denen sofort, schob alles auf den Alkohol. Er beteuerte damals wie auch im Gerichtssaal, dass er ein Mädchen nie angerührt hätte. Ahmet R.: „Ich hätte mich dann umgedreht und wäre weggegangen.“

Düsseldorf: Angeklagter ist selbst Vater von zwei Töchtern

Schließlich sei er selbst Vater von zwei Töchtern (4/11). Nachdem man seine Wohnung nach Beweisen durchsucht hatte, schaltete sich noch das Jugendamt ein. Die Familie stand jetzt unter Beobachtung. Daran zerbrach die Ehe.

Vor Gericht beteuerte der Angeklagte: „Ich bin jetzt nicht mehr bei ‚Knuddels‘ angemeldet und wenn ich Frauen kennenlernen will, gehe ich raus.“ Am Ende wurde Ahmet R. wegen mehrfacher Vorbereitung zum sexuellen Missbrauch zu einem Jahr Bewährungsstrafe verurteilt.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.