Karneval in Corona-Krise Bonner OB: Es dürfen keine Hotspots entstehen

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Bonns OB Ashok Sridharan liebt den Karneval – hier übergibt er Wäscherprinzessin Ariane 2019 die Insignien der Macht.

Bonn – Bornheim sagt den Karneval komplett ab, Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster fordert von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet das Aus für jecke Veranstaltungen. Was sagt Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan zur aktuellen Diskussion in der Corona-Krise?

„Ich hatte Kontakt zur Staatskanzlei, um zu klären, wann wir etwas erfahren in Sachen Veranstaltungen. Ich bin im Gespräch mit dem Bonner Festausschuss und dem Beueler Damenkomitee“, erklärt Sridharan. Und macht schon mal klar: „Am 11.11. wird es aus städtischer Sicht keine großen Veranstaltungen geben!“

Karneval in Corona-Krise: Überlegen, wie man alternativ etwas hinbekommt

Es dürfe kein zusätzliches Risiko geben, es dürften keine Hotspots entstehen. Aber „wir müssen überlegen, wie wir alternativ etwas hinbekommen.“ Heißt: Der Karneval als solcher soll sich schon in irgendeiner Form präsentieren. So hatte Festausschuss-Präsidentin Marlies Stockhorst schon darüber nachgedacht, dass das neue Prinzenpaar – es gibt trotz Corona genug Interessenten – zum Beispiel per Kutschfahrt den Bonnern präsentiert wird.

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Dass die Frage nach Karneval in Corona-Zeiten extrem knifflig ist, macht Bonns OB so klar: „Wir dürfen uns nichts vormachen: Wenn Veranstaltungen nicht zugelassen werden, können auch Weihnachtsmärkte nicht zugelassen werden. Das hat weitgehende Konsequenzen für die Wirtschaft. Das wird die Staatskanzlei gut gegeneinander abwägen.“

Er gehe davon aus, dass das Land in Kürze Stellung beziehe, denn „Vereine, Künstler und die Betreiber von Veranstaltungsstätten brauchen Sicherheit“.

Karneval in Corona-Krise: Landrat fordert Absage

Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster war 2015/2016 selbst Karnevalsprinz in Siegburg. Doch jetzt stellte er klar: „Karneval so, wie wir ihn kennen, wird in der Session 2020/2021 nicht möglich sein.“

Deshalb wandte er sich an seinen CDU-Parteifreund und NRW-Chef Armin Laschet: „Ich habe bereits letzten Mittwoch, am 5. August, den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens angeschrieben und darum gebeten, Veranstaltungen für die kommende Session abzusagen.“

Karneval in Corona-Krise: Infektionsgeschehen abwarten

Armin Laschet hatte reagiert, sich zu einer möglichen Absage der Session geäußert. Für den NRW-Chef käme sie „zu früh“.

„Dem Landrat würde ich sagen, es ist jetzt zu früh, das abschließend zu entscheiden“, sagte der Landeschef in einem Sommerinterview des WDR. Die Staatskanzlei sei insbesondere mit den Festkomitees der Hochburgen, Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen im Gespräch, um zu erörtern, unter welchen Bedingungen Karneval stattfinden kann. „Nur auch da muss man das Infektionsgeschehen abwarten“, sagte Laschet.

Karneval in Corona-Krise: „Abgespeckte“ Veranstaltungen treiben Vereine in den Ruin

Hintergrund des Vorstoßes von Schuster sind die wegen der Corona-Pandemie gebotenen Abstands- und Hygieneregelungen, die die geplanten Karnevalsveranstaltungen für die Vereine nicht durchführbar machen. „Eine „wohlwollende“ Genehmigung des Karnevals mit Einschränkungen seitens der Landesregierung hätte für viele - gerade kleinere Gesellschaften und Vereine – eine verheerende Wirkung. Gleichbleibende Kosten bei einer mit großer Wahrscheinlichkeit verringerten Gästezahl, bringen die Vereine an ihren Ruin“, so der Landrat. 

Genau das dürfe aber nicht passieren. „Wir dürfen nun nicht kurzfristig denken. Es gilt, unsere Traditionsvereine und unser vielfältiges Kulturgut dauerhaft zu erhalten.“ Gleichzeitig müsse man natürlich den Branchen eine Sicherheit bieten, die von einer Absage der Session besonders betroffen wären.

Karneval in Corona-Krise: Erste Kommunen reagieren

Sebastian Schuster: „Ich hoffe, der Ministerpräsident trifft eine Entscheidung in diesem Sinne, obwohl sie sicher für jeden Karnevalisten ein Stich ins Herz sein wird.“

In Bornheim ist die Session übrigens auch ohne eine Ansage vom Land NRW schon abgesagt worden.
 

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