Mammutprozess in Bonn „Sugar Daddy“ spricht im Zeugenstand über Sexleben

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Vor dem Bonner Landgericht läuft der „Sugar-Daddy-Prozess“ weiter unter verschärften Sicherheitsbedingungen.

Bonn – Es ist der zehnte Tag im sogenannten „Sugar-Daddy-Prozess“: Am Freitag sollte vor der 3. Strafkammer des Bonner Landgerichts endlich der wichtigste Zeuge des gesamten Verfahrens gehört werden: Der Unternehmer (50) aus dem Sauerland, der als millionenschwerer „Sugar Daddy“ im Jahr 2015 das Opfer einer gemeinschaftlichen räuberischen Erpressung gewesen sein soll.

Den drei Angeklagten, darunter auch seine 31-jährige Gespielin, wird vorgeworfen, den Geschäftsmann um insgesamt 1,6 Millionen Euro erpresst zu haben.

„Sugar-Daddy-Prozess“ in Bonn: Kronzeugin mit pikanten Details

Aber bevor „Sugar Daddy“ – versteckt unter einer silbergrauen Kapuzenjacke – mit Hilfe von Personenschützern in den Gerichtssaal gelotst werden konnte, wollte die 31-jährige Kronzeugin ihre „Aussage ergänzen.“ Es tue ihr leid, dass sie bei ihrem ersten Auftritt einen Zusammenbruch erlitten habe. Die ganze Situation sei für sie psychisch sehr belastend gewesen.

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Also erzählte sie am Freitag ihre Geschichte – auf zehn vorbereiteten Seiten niedergeschrieben – noch einmal, mit pikanten neuen Details. Unter anderem, dass sie sich „Sugar Daddy“ sehr früh schon anvertraut hatte, dass ihre angebliche Entführung durch eine Rockergruppierung eine Inszenierung gewesen sei, damit er zahlt.

Der Auslöser für den Seitenwechsel: Ihre enttäuschte Liebe zu dem 26-jährigen Mitangeklagten, der sich als Zuhälter entpuppte. Der sie ausnutzte, vergewaltigte, mit Drogen abfüllte und mit Gewalt auf den Strich schickte. Erst spät habe sie das „zweite Gesicht des Mannes" erkannt, der ihr vorgaukelte, sie zu lieben und sie zugleich missbrauchte. „Die Gehirnwäsche hat funktioniert.“ Sie sei so geschockt gewesen, dass sie mit jemanden reden musste.“ Da habe sie „Sugar Daddy“ alles erzählt.

Prozess in Bonn: „Sugar Daddy“ zahlte aus Angst weiter

Warum sie beide nicht zur Polizei gegangen seien? „Wir hatten Angst“, so die 31-Jährige. Sie fürchteten die Rache der beiden Mitangeklagten, damals beide Mitglieder einer Rockergang waren. Die Panik von „Sugar Babe": Dass ihr Vater etwas von ihrem wahren Leben als Prostituierte erfährt. „Sugar Daddy“ wiederum fürchtete, dass kompromittierende Fotos und Filme über ihn veröffentlicht würden.

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So soll „Sugar Daddy“ das Erpressungsspiel mitgemacht und bis Oktober 2017 weitergezahlt haben. „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte“, so die Kronzeugin weiter, „wäre ich früher zur Polizei gegangenen. Aber ich wusste nicht, wie ich da rauskomme sollte. Als die Polizei schließlich vor der Tür stand, war ich froh: Es war eine Erleichterung für mich.“

„Sugar Daddy“ spricht unter Ausschluss der Öffentlichkeit über sein Sexleben

Auf die „Ergänzung“ ihrer Aussage reagierten die Verteidiger ihrer Ex-Komplizen mit großer Entrüstung: Das sei ja „ein ganz neues Märchen“, ein neues Kapitel aus „Tausend und einer Nacht“ –  und forderten eine Unterbrechung. Aber die Kammer wies die Anträge zunächst ab. „Sugar Daddy“, der Zeuge, wartete. Im Keller.

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Der 51-Jährige war jedoch nur kurz im Zeugenstand zu sehen: Denn auf Antrag des Unternehmers, aber auch seiner Ex-Gespielin wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Grund: In der Aussage spielte sowohl sein Sexualleben eine Rolle, als auch Steuergeheimnisse. Die niemand anderen außer die Ermittler etwas angingen.

Immerhin muss sich der Geschäftsmann demnächst wegen Steuerhinterziehung und Untreue selber vor Gericht verantworten. Die Erpressungsgelder soll er angeblich von seinem Firmengeld bezahlt haben. (ucs)

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