Auch in NRW Amazon-Mitarbeiter streiken – es geht nicht nur ums Geld

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Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon ein weiteres Mal zum Streik aufgerufen. Verdi fordert den Abschluss eines Tarifvertrags, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. In Leipzig, Bad Hersfeld und Koblenz sowie Rheinberg und Werne stehen Mitarbeiter für ihre Rechte ein. Unser Symbolfoto zeigt einen Streik bei Amazon am 5. März 2018.

Bad Hersfeld/Leipzig – Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon haben mit Beginn der Nachtschicht zu Montag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt.

Streiks seien in Bad Hersfeld und Koblenz, in Rheinberg und Werne sowie in Leipzig gestartet worden, teilte die Gewerkschaft am Montag mit.

  • Amazon-Mitarbeiter streiken seit Beginn der Nachschicht zu Montag
  • Gewerkschaft Verdi fordert den Abschluss eines Tarifvertrages sowie die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.
  • Amazon reagiert gelassen und betont auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber zu sein

In Rheinberg streiken 400 bis 450 Beschäftigte

Über die Beteiligung an den für zwei Tage geplanten Aktionen insgesamt lagen zunächst keine Angaben vor. Im Logistikzentrum in Rheinberg haben laut Verdi etwa 400 bis 450 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. In Leipzig erwartet die Gewerkschaft am Montag etwa 400 bis 500 Streikende. An anderen Standorten sei noch nicht abzusehen, wie viele Amazon-Mitarbeiter sich beteiligen, hieß es am Morgen.

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Verdi hat für diesen Montag und Dienstag die Beschäftigten an insgesamt sechs Standorten des Versandhandelskonzerns zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Streik: Amazon nimmt die Situation gelassen

Amazon reagierte bis jetzt gelassen auf die Streikaktionen. „Was wir derzeit sehen, ist dass die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz normal arbeiten. Auswirkungen auf unsere Abläufe sehen wir aktuell keine, so dass Kundenbestellungen ganz normal bearbeitet werden.“ 

Jedoch sollte Amazon laut der Fachbereichsleiterin für den Handel in NRW, Silke Zimmer, auf die Forderungen eingehen: „Die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon haben in den vergangenen Wochen und Monaten unter einer extremen Arbeitsbelastung gelitten.“

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Auch der in Werne zuständige Gewerkschaftssekretär, Karsten Rupprecht, sieht Handlungsbedarf: „Derzeit wird durch die Geschäftsführung wieder extrem viel Unruhe in das Unternehmen getragen. Streikende werden unter Druck gesetzt, sich nicht an den Arbeitskämpfen zu beteiligen. Doch für die Beschäftigten geht es darum ihre Rechte zu erkämpfen. Dafür haben sie höchsten Respekt und keine Ausgrenzung verdient.“

Amazon: Verdi fordert unter anderem Abschluss eines Tarifvertrags

Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Tarifvertrags, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten abzusichern. Außerdem verlangt Verdi in dem seit über sieben Jahren andauernden Tarifkonflikt mit dem Online-Händler die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.

Amazon hatte sich bei früheren Aktionen und Streikaufrufen der Gewerkschaft gelassen gezeigt. Ein Sprecher hatte in der Vergangenheit betont, Amazon sei auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Bundesweit hat Amazon 13 Logistikstandorte mit rund 13.000 Festangestellten.

Amazon profitiert von der Corona-Pandemie

Die Umsätze und Gewinne sind während der Corona-Pandemie stark gewachsen. Das Vermögen des Amazon-Chefs Jeff Bezos soll laut Presseberichten alleine zwischen März und Mai um über 34 Milliarden Euro gestiegen sein. (dpa)

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