Affenpocken in NRW Zahl der Betroffenen steigt – weiterer Fall bestätigt

Affenpocken in NRW: Ein weiterer Fall wurde nun offiziell bestätigt. Betroffen ist ein Mann aus Aachen.

Die Krankheit breitet sich offenbar aus: In Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt einen weiteren bestätigten Affenpocken-Fall. Bei einem 28 Jahre alten Mann aus Aachen sei die Krankheit nun diagnostiziert worden.

Das teilte ein Sprecher der Städteregion am Montag, 30. Mai 2022, mit. Zuvor hatte der 28-Jährige bereits als Verdachtsfall gegolten. Das Gesundheitsamt hatte daher bereits seit Mittwoch, 25. Mai 2022, häusliche Isolation für den Betroffene angeordnet.

Affenpocken in NRW: Mann hatte sich wohl im Ausland angesteckt

Die Infektion des Mannes sei nach bisherigen Erkenntnissen im Ausland erfolgt, teilte die Behörde mit. Enge Kontaktpersonen in der Städteregion gebe es laut Behördeninformationen nicht.

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Affenpocken-Fälle hatte es in NRW auch schon in den Städten Köln, Düsseldorf und Münster gegeben. Wie äußert sich die Krankheit? Das Virus ruft meist recht milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder auffälligen Hautausschlag hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Es gibt auch Menschen, die wegen einer Infektion mit Affenpocken sterben.

Wichtige Regelung in Deutschland: Infizierte und enge Kontaktpersonen unterliegen einer 21-tägigen Quarantäne. Bislang (Stand vom 30. Mai 2022) sind in Deutschland 22 Menschen mit Affenpocken infiziert. Zum Vergleich: In Spanien sind es 115 Fälle. Großbritannien geht aktuell von 106 Infizierten aus.

„Die Situation ist nicht mit der Corona-Pandemie zu vergleichen. Insofern besteht keine Gefährdungslage für die breite Bevölkerung“, sagte der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Michael Ziemons. Man werde die Situation aber weiter genau beobachten.

Inzwischen trifft auch die Bundesregierung Vorkehrungen: Nun wurde bekannt, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schon für Juni 2022 insgesamt 40.000 Impfdosen gegen die Pocken für Deutschland erwartet. Weitere 200.000 Einheiten sollen dann noch folgen. Der Vertrag sei inzwischen unterzeichnet worden.

Affenpocken in Deutschland: Impfstoff seit 2013 zugelassen

Die Deutsche Aidshilfe berichtet: „Seit 2013 ist in Europa der Pocken-Impfstoff Imvanex zugelassen – in den USA und Kanada auch für Affenpockenviren. Dieser Impfstoff ist laut RKI besser verträglich als frühere Pockenimpfstoffe.“

Auch Karl Lauterbach geht aktuell noch davon aus, dass die Affenpocken keine Pandemie auslösen werden. Dennoch sei große Vorsicht im Umgang mit der Krankheit geboten.

Zum ersten Mal wurde das Affenpockenvirus bereits in den 1950er-Jahre nachgewiesen - und zwar 1958 bei einem Affen in einem Labor in Dänemark. Heute weiß man, dass Affen Fehlwirte sind. Normalerweise befällt das Virus Nagetiere und Hörnchen. (dok/dpa)

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