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Aachener Reit-WahnsinnTrotz CHIO-Aus: Richard Vogel kann eine Million Euro gewinnen

Richard Vogel

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Richard Vogel will den Grand Slam des Reitsports gewinnen (Archivbild).

Richard Vogel greift in Aachen nach dem Millionen-Jackpot.

Ein irrer Grund macht's möglich: Der Grand Slam und sein Millionen-Jackpot. Eigentlich ist der CHIO dieses Jahr abgesagt. Trotzdem reiten am Wochenende alle Top-Stars des Springsports in Aachen. Und einer hat die Chance seines Lebens: Richard Vogel (29) könnte im Großen Preis eine ganze Million Euro mit nach Hause nehmen – als einziger Teilnehmer.

„Es ist schon ein gewisser Extra-Druck da“, gesteht Vogel. Kein Wunder! Holt sich der 29-jährige Europameister den Sieg im Großen Preis von Aachen, winken ihm fette Gewinne. Er bekäme nicht nur ein Drittel der 1,5 Millionen Euro Preisgeld. Obendrauf gäbe es einen fetten Bonus aus der Grand-Slam-Wertung. Der Grund: Schon im März siegte er bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch.

„Definitiv möglich, aber extrem schwer“

Wer zwei dieser Wettkämpfe hintereinander für sich entscheidet, bekommt 500.000 Euro. Sollte er danach auch bei den Grand-Slam-Events in Calgary und Genf siegen, würde die Prämie sogar auf zwei Millionen Euro klettern. Eine solche Siegesserie bei mehreren Majors hinzulegen, sei „definitiv möglich, aber extrem schwer“, unterstreicht Vogel.

Richard Vogel

Copyright: Stefan Lafrentz/Sportfotos Lafrentz/dpa

Europameister Richard Vogel reitet um die Prämie der Millionen-Serie.

Diese gewinnbringende Serie ist ein Hauptgrund, weshalb 29 Reiter aus den Top 30 der Welt in Aachen an den Start gehen. Der zweite Grund: die Weltmeisterschaft. Diese wird im August im weltgrößten Reitstadion ausgetragen. „Das ist auch eine WM-Sichtung“, erklärt Vogel den zusätzlichen Stellenwert des Events, das diesmal den Namen Tschio trägt.

Darum heißt der CHIO in diesem Jahr nicht CHIO

Die Veranstaltung darf den Namen CHIO nicht verwenden. Der Grund: Es ist kein „Concours Hippique International Officiel“. Wegen der anstehenden WM ist es ein viel kleineres Event, bei dem die Team-Wettkämpfe der Nationalteams fehlen. „Wir hätten uns dieses Jahr nicht so nennen dürfen“, erläutert die Sportchefin von Aachen, Birgit Rosenberg. Stattdessen trägt das Turnier den Namen, den die Aachener sowieso schon immer benutzen: Tschio.

Das dreitägige Event ist für die Reiter im Springsattel aber beinahe so reizvoll wie der echte CHIO. „Das Starterfeld ist dieses Jahr ganz besonders stark“, meint Vogel. Der amtierende Europameister wird in Aachen sein Erfolgspferd United Touch reiten und ist sich sicher: „Die Konkurrenz wird alles daran setzen, dass es für uns nicht klappt. Aber wir versuchen natürlich genau das Gegenteil.“

Bundestrainer schaut ganz genau hin

Seine Taktik beschreibt Vogel so: Er wolle „versuchen, nicht zu viel zu verkopfen“. Er versuche, kaum daran zu denken, dass er ein Kandidat für den Grand Slam ist. „Letztendlich muss ich den Tschio wie jedes andere Turnier angehen, auch wenn er besonders wichtig ist.“

Am Freitag zum Start will er sein Pferd an den „heiligen Rasen“ gewöhnen, wie er ihn bezeichnet. Für United Touch ist Aachen in dieser Saison das erste Mal auf diesem Belag. „Deswegen bin ich zu Hause viel auf Rasen mit ihm gesprungen“, erzählt Vogel. „Wir haben versucht, die Situation so gut wie möglich nachzustellen, damit er sich an den Rasen und die Stollen gewöhnt.“

Am Wochenende wird auch der Bundestrainer alles genau beobachten. Otto Becker sucht für die Weltmeisterschaft im August noch sein Team. „Alle Kandidaten sind am Start“, so der Trainer, und fast jeder sattelt sein Top-Pferd. Bislang waren seine Anwärter für die WM „auf verschiedenen Wegen bei Turnieren auf der ganzen Welt unterwegs“, so Becker. „Jetzt kommen alle zusammen.“ Mit Blick auf die Weltmeisterschaft sei der Tschio quasi „die erste Qualifikationsrunde“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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