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Edles Gemüse, übler Beigeschmack?Das steckt wirklich hinter dem Spargel-Hype

Arbeiter bei der Spargelernte

Copyright: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn

Weil durch die Folie kein Licht auf den Spargeldamm kommt, bleiben die Köpfchen der Stangen weiß.

Die Spargelzeit ist da! Aber hinter dem Genuss des Edelgemüses verbirgt sich eine unbequeme Realität. Für das Frühlings-Highlight müssen Umwelt und Natur teuer bezahlen – ein Fakt, der vielen unbekannt ist.

Für Fans des Stangengemüses hat das Warten ein Ende, denn die Supermärkte füllen ihre Regale. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Viele Stangen haben eine lange Reise aus Südeuropa, beispielsweise Spanien oder Griechenland, hinter sich. Gleichzeitig bereitet sich auch der heimische Anbau auf die Ernte vor und wird bald mit der preiswerteren Konkurrenz aus dem Ausland wetteifern.

Fachmann warnt Warum man mit dem Spargelkauf noch zögern sollte

Aber welche Wahl ist umweltfreundlicher? Die weiten Lieferketten von importiertem Spargel belasten das Klima erheblich. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt aus diesem Grund den Griff zu deutschen Produkten. Ideal sind dabei regionale Sorten, wie hier in Nordrhein-Westfalen der Spargel aus dem Münsterland.

Hierbei existiert jedoch ein Aber. Patrick Müller vom BUND legt nahe, den Erwerb auf Mitte April zu verschieben: „Denn da hat der Spargel erst Saison.“ Zuvor geerntete Stangen stammen häufig aus beheizten Anbaufeldern, was die Nachhaltigkeit wiederum zunichtemacht.

Das heikle Thema Plastikfolie auf den Äckern

Zur ganzen Geschichte zählt ebenso: Der Großteil des deutschen Spargels gedeiht unter Kunststoffabdeckungen. Riesige Planen aus transparentem und schwarzem Material machen aus den Ackerflächen für Monate eine Art trostlose Plastiklandschaft.

Für Landwirte bringt diese Methode zahlreiche Pluspunkte. Die dunkle Oberfläche beschleunigt die Erwärmung des Erdreichs, während die helle Seite das Gedeihen verlangsamt. Auf diese Weise lässt sich die Erntezeit ausdehnen. Außerdem unterbindet die Abdeckung Unkrautwuchs, bewahrt die Bodenfeuchte und garantiert die bei Käufern so geschätzten makellos weißen Spargelspitzen.

Naturschützer warnen eindringlich „Gewaltige Abfallberge aus Plastik“

Dieses Vorgehen stößt bei Umweltschützern jedoch auf scharfe Kritik. Durch die Abdeckungen wird der Boden abgedichtet, wodurch Vögel und Insekten ihre Heimat verlieren. Laut Informationen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL), die auch der dpa vorliegen, sind die Folien zwar für etwa acht Jahre im Einsatz, hinterlassen aber schlussendlich eine gewaltige Menge an Kunststoffabfall.

Der entscheidende Punkt ist jedoch der Kostenfaktor. Der Anbau unter Folie senkt die Herstellungskosten laut dem Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) um beachtliche 40 Prozent. Produkte ohne Folie wären demnach spürbar kostspieliger. Es stellt sich die Frage, ob die Kundschaft bereit wäre, diesen Aufpreis zu akzeptieren.

Einkaufshilfe Wie man umweltfreundlichen Spargel erkennt

Aus ökologischer Sicht ist Spargel die beste Wahl, der aus der Region stammt, zur Saison passt und ohne Kunststoffabdeckung gewachsen ist. Ein Ratschlag von Agrarexperten lautet: Erkundigt euch auf dem Bauernhof gezielt nach Ware ohne Folie. Einige Landwirte bewerben diesen Anbau bereits aktiv.

Wer sich für Freiland-Spargel entschieden hat, kann die Nachhaltigkeit auf die Spitze treiben: Das Wasser vom Kochen und die Abschnitte gehören nicht in den Abfluss! Sie bilden eine fantastische Basis für Brühen, Saucen oder ein cremiges Risotto.

Geniale Resteverwertung Rezept für eine Spargelcremesuppe

Harald Seitz vom BZfE rät, die Schalen und Enden von einem Kilogramm des Gemüses für 30 Minuten in circa einem Liter Wasser aufzukochen und anschließend durch ein Sieb zu geben. Um rasch eine Suppe zuzubereiten, wird eine Roux aus gleichen Teilen Mehl und Butter angerührt und die Flüssigkeit unter ständigem Rühren hinzugefügt.

Zum Schluss wird mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und einem Spritzer Zitrone gewürzt. „Man kann auch noch Spargelreste beigeben“, erklärt der Ernährungsexperte. „Persönlich mag ich dazu noch ein wenig frischen Schnittlauch.“ Auf diese Weise lässt sich die Saison des Edelgemüses unbeschwert auskosten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Die Karte zeigt die Kronendachverluste in der Mittelgebirgsregion Harz – im Zeitraum September 2017 bis September 2024, mit einer räumlichen Auflösung von zehn Metern. Die Farbskala visualisiert den Zeitpunkt des Kronendachverlusts in Monatsschritten von schwarz (September 2017) bis gelb (September 2024). Intakte Waldflächen sind grün dargestellt.

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