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Ein grünes WunderStudie: Gerodeter Regenwald erholt sich schneller als gedacht.

Hoffnung für gerodete Regenwald-Flächen

Copyright: Nico Blüthgen/TU Darmstadt/dpa

Dieser sich regenerierende Wald war noch vor wenigen Jahren eine Weide.

Gibt es doch noch eine Chance für unsere grüne Lunge?

Wunder im Dschungel: Forscher entdecken Selbstheilung – doch es gibt ein riesiges Aber. Für abgeholzte Regenwald-Areale besteht ein Funken Hoffnung. Ein internationales Forscherteam hat eine verblüffende Entdeckung gemacht: Sobald die landwirtschaftliche Nutzung endet, erholt sich die Natur viel schneller als bislang angenommen. Die Vegetation kehrt zurück und mit ihr die meisten Tierarten.

Die Studie, an der Timo Metz und Nico Blüthgen von der Technischen Universität Darmstadt maßgeblich beteiligt waren, erschien im angesehenen Fachjournal «Nature». Das 41-köpfige Team nahm für sein Projekt verschiedene Flächen im Chocó im Nordwesten von Ecuador genau unter die Lupe. Untersucht wurden Tausende Arten von Tieren, Pflanzen und Bakterien.

Sensation: Drei Viertel aller Arten kommen zurück

Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich: Innerhalb von nur 30 Jahren klettert die Artenvielfalt auf über 90 Prozent des ursprünglichen Zustands. Drei von vier der charakteristischen Tier- und Pflanzenarten finden wieder dorthin zurück. „Die vielen schnell zurückkehrenden Tierarten sind nicht nur Profiteure der Wald-Regeneration, sondern sind auch deren wichtigste Akteure“, verdeutlicht Studienleiter Blüthgen.

Fledermäuse, Affen und Vögel verteilen Baumsamen auf den kahlen Flächen, Dungkäfer graben diese ein und Hunderte andere Tierarten übernehmen die Bestäubung. Doch die Sache hat einen entscheidenden Haken: Diese beeindruckende Wiederbelebung war nur drin, weil in der Gegend noch unberührte Wälder als „Reservoir“ existieren, wie die „dpa“ berichtet. Von dort aus konnten sich die Spezies erneut ausbreiten.

Trotzdem: Die Zerstörung des Regenwaldes geht weiter

Trotz dieser hoffnungsvollen Erkenntnisse bleibt die Gesamtlage dramatisch. Tropische Wälder sind das Zuhause für einen Großteil aller Arten weltweit, aber laut der Untersuchung ist nicht einmal mehr die Hälfte der einstigen Flächen unberührt. Die Nutzung durch den Menschen und der Klimawandel setzen den Wäldern massiv zu. (red)

Das Forscherteam beklagt, dass die Rodung nach wie vor schneller voranschreitet als alle Schutzbemühungen. Jedes Jahr gehen global vier bis sechs Millionen Hektar verloren – das ist eine Fläche, die im Mittel der von Costa Rica entspricht. „Diese jährlichen Verluste sind damit fast so hoch wie die Fläche aller langfristig angelegten Renaturierungsmaßnahmen zusammen“, warnt der Ökologe Blüthgen.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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