Delfin-Massaker 1400 Tier abgeschlachtet – das soll nachhaltig sein?

Foto von der DPA, aufgenommen von Sea Shepherd am 12. September 2021 auf den Färöer-Inseln. Gedownloadet am 16.09.2021 zum Zwecke der Berichterstattung.

Auf diesem Foto, aufgenommen von der Organisation Sea Shepherd Global am 12. September 2021, sieht man die Kadaver der getöteten Delfine auf den Färöer-Inseln liegen. Die brutale Delfinjagd fand im Rahmen einer alljährlichen Tradition statt.

Auf den Färöer-Inseln sind mehr als 1400 Delfine grausam getötet worden. Die Bluttat fand im Rahmen einer alljährlichen, traditionellen Waljagd statt – die dann aus dem Ruder lief.

Tórshavn. Es sind schreckliche Bilder... Das Meer vor den Färöer-Inseln ist blutgetränkt, tote Delfine liegen am Strand.

Nach einer aus den Fugen geratenen Delfinjagd auf den Färöer-Inseln mit mehr als 1400 getöteten Tiere will die dortige Regierung die Praxis auf den Prüfstand stellen.

Die Situation bei der Jagd vergangenen Sonntag (12. September 2021) sei wegen der erheblichen Größe der in die Enge getriebenen Delfinschule außergewöhnlich gewesen, schrieb Regierungschef Bárður á Steig Nielsen am Donnerstag (16. September 2021) in einer Mitteilung auf der Regierungswebseite.

Blutige Tradition: Waljagd auf Färöer-Inseln endet in Massaker

Trotzdem werfe der Vorgang Fragen auf hinsichtlich der Zahl der Delfine, die bei einer einzigen Jagd getötet werden sollten, sowie im Bezug auf die Jagdmethoden.

Die Jagd auf die Meeressäuger wird „Grindadrap“ bezeichnet und seit Jahrhunderten auf den zum dänischen Königreich zählenden, aber weitgehend autonomen Inseln im Nordatlantik betrieben. Laut färöischen Zählungen wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale sowie 35 Weißseitendelfine getötet. Die Zahl von über 1400 getöteten Delfinen ist also außergewöhnlich hoch.

Färöer-Inseln: Delfin-Jagd wirklich nachhaltig?

Die Jagd auf Weißseitendelfine sei nicht im selben Maße in der Tradition der Färöer-Inseln verwurzelt wie die auf Grindwale und habe nicht dieselbe kulturelle Legitimation, so der Regierungschef. Er fügte hinzu: „Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst. Obwohl diese Jagden als nachhaltig gelten, werden wir uns die Delfinjagden und welchen Platz sie in der Gesellschaft der Färöer spielen sollten, sehr genau anschauen.“

Umweltschutzorganisation veröffentlicht heftiges Video

Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd veröffentlichte ein langes Video auf Facebook, auf dem zu sehen war, wie Männer die Tiere aus blutrotem Wasser an einen Strand zogen. Die Organisation sprach von der größten Herde Meeressäuger, die auf den Färöer-Inseln jemals bei einer einzigen Aktion getötet worden sei.

Eine Delfinschule sei etwas Schönes, das man bewundern und nicht auf einen blutgetränkten Strand ziehen sollte, schrieb ein Nutzer dazu. „Die Jagd ist sinnlos und verursachte gemäß Augenzeugenberichten großes Tierleid. Hier wurde eine Grenze überschritten und eine neue Dimension der Jagd erreicht“, kritisierte auch die Meeresschutzorganisation OceanCare. (mt/dpa)

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