Extrem selten Deutscher macht spektakuläre Entdeckung an Nordsee, Behörde mit wichtiger Bitte

Ein Walross liegt am 10. September auf der Nordsee-Insel Spiekeroog an der Hafenmauer. Es sieht entspannt aus.

Ein Walross liegt am 10. September auf der Nordsee-Insel Spiekeroog an der Hafenmauer. Offenbar gefällt es dem jungen Walross, das zuvor Baltrum im niedersächsischen Wattenmeer besuchte.

Was für ein seltener Gast auf der Nordsee-Insel Baltrum: Ein Dünen-Wart der Insel habe es erst gar nicht glauben können, als er das Tier am Dienstagmorgen (07. September) bemerkte. Nun, eine Woche später, haben die Ranger eine wichtige Bitte.

Baltrum. Bereits seit einer Woche erkundet ein junges Walross das niedersächsische Wattenmeer und ruht sich immer wieder auf Ostfriesischen Inseln aus. Anfang September wurde es das erste Mal gesehen. 

Wer das Weibchen sieht, sollte sofort die Nationalparkverwaltung oder einen Ranger kontaktieren, teilte die Behörde in Wilhelmshaven am Mittwoch mit. Das Walross hat eine Hautverletzung, nach ihrer Einschätzung beeinträchtigt sie die Fitness aber nicht maßgeblich. Daher sei keine Veranlassung für einen tierpflegerischen oder tierärztlichen Eingriff gegeben, hieß es. Wichtig bleibe, das Walross keinem unnötigen Stress auszusetzen, damit die Heilung nicht gestört werde.

Der Arktisbewohner habe bereits am 7. September auf einer breiten Buhne – einer Küstenschutzanlage – an der Westspitze der Insel im niedersächsischen Wattenmeer gelegen, berichtete Dünen- und Vogelwart Heinz Ideus. Es machte Station auf Spiekeroog und mehrmals auf Wangerooge – zuletzt an diesem Mittwoch.

Nordsee: Deutscher findet seltenes Tier – „Erst gar nicht geglaubt“

„Ich habe es erst gar nicht geglaubt, als mich ein Baltrumer darauf aufmerksam gemacht hat“, sagte Ideus der Deutschen Presse-Agentur. Er habe dafür gesorgt, dass das Walross in Ruhe dort liegen konnte und ihm niemand zu nah kam. Zuerst habe es müde gewirkt, inzwischen sei das Tier aber auch schon „ein bisschen weggeschwommen“.

Die Gemeinde schaltete die Seehundaufzuchtstation Norddeich ein. Dort tauschte man sich mit europäischen Kolleginnen und Kollegen aus und stellte fest, dass das Walross wohl zuvor in Dänemark gesichtet worden war. Nach Angaben von Chef-Tierpfleger Tim Fetting von der Aufzuchtstation wurde seit 1998 kein Walross mehr in der südlichen Nordsee gesehen. Damals war ein Tier auf der Insel Juist aufgetaucht.

Dieses von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein arktisches Walross, das im März 2021 vor der Küste von Pembrokeshire gesichtet wurde.

Dieses von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein arktisches Walross, das im März 2021 vor der Küste von Pembrokeshire gesichtet wurde.

Im März war an der Küste der britischen Provinz Wales sowie an der irischen Westküste jeweils ein Walross gesehen worden. Biologen gingen im Frühjahr davon aus, dass es sich um das gleiche Tier handelte – womöglich auf einer Eisscholle angeschwemmt.

Walross auf Baltrum gesichtet: Tiere leben in der Arktis

Was für ein extrem seltener Gast: Nach Angaben des Nationalparks wird das Walross meist in der Morgendämmerung gesichtet, etwa wenn es sich in der Sonne ausruht. Mit der nächsten Flut gehe das Tier dann wieder auf Beutezug.

Die bis zu 3,50 Meter langen und bis zu 1000 Kilogramm schweren Walrosse leben eigentlich rund um den Nordpol. Sie gelten als gefährdete Art. Naturschützern zufolge bringt die Eisschmelze in der Arktis aufgrund des Klimawandels die Raubtiere mit den markanten Stoßzähnen besonders in Not. (dpa/mg)

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