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„Sie kommen tot an“ Australiens Bienen in Gefahr – was das mit der Post zu tun hat

Das Foto zeigt eine Honigbiene im Anflug auf eine Blüte. Wegen Lieferverzögerungen sind die benötigten Bienen-Importe in großer Gefahr. Hunderte Bienen sterben auf dem Transport nach Australien oder kommen nur sehr schwach an.

Wegen Lieferverzögerungen sind die benötigten Bienen-Importe in großer Gefahr. Hunderte Bienen (hier ein Symbolfoto vom 15. Mai 2021) sterben auf dem Transport nach Australien oder kommen nur sehr schwach an.

Bienenköniginnen, die aus Europa nach Australien importiert werden, kommen wegen pandemiebedingter Verzögerungen schwach oder gar tot beim Empfänger an. Nun soll eine spezielle Technik helfen.

Sydney. Wie lässt sich das verhindern? Australische Bienenzüchter fürchten angesichts der Corona-Pandemie um die Zukunft ihrer Tiere. Auf dem Kontinent gibt es noch keine Varroamilben, die ganze Bienenvölker vernichten können. Folglich haben diese keine Resistenz gegen den Schädling entwickelt.

Eine gewisse Abwehr besitzen aber einige europäische Bienenvölker - sie weisen ein sogenanntes VSH-Merkmal („Varroa Sensitive Hygiene“) auf. Um den Genpool der eigenen Bienenvölker zu stärken, importiert Australien Bienenköniginnen aus Europa. Jedoch sorgt die Corona-Pandemie auch für ein Problem: Verzögerungen bei der Post.

Fast alle Bienen der Lieferung verstorben

„Sie kommen tot an, sie kommen gestresst an oder sie kommen einfach gar nicht an“, zitierte der australische Sender ABC zuletzt den Präsidenten des australischen Verbands der Bienenköniginnenzüchter, Richard Sims. Eine Sendung mit 250 Königinnen sei sieben Tage verschollen gewesen, fast alle seien gestorben. Viele Regionen Australiens waren zuletzt monatelang im Corona-Lockdown.

Zehn Bienenköniginnen aus den Niederlanden waren zwar unbeschädigt in Australien angekommen, der Transport innerhalb des Landes dauerte allerdings zehn Tage. „Die Bienen haben überlebt, aber waren in einem schwachen Zustand“, sagte Züchterin Corinne Jordan der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir haben sie künstlich befruchtet und hoffen, dass sie stark genug sind.“ Die importierten Bienen seien extrem wichtig, um die australischen Artgenossen gegen die Milben zu wappnen, auch wenn sie noch nicht dort nachgewiesen wurden. „Die Situation kann sich jederzeit ändern“, mahnte Jordan.

Ziel: Die Gefahr der Varroamilben minimieren

In der Regel hat jeder Bienenstock eine Königin, die als einzige Eier legt. Die europäischen Königinnen mit VSH-Merkmal sollen auf diese Weise widerstandsfähige Bienenvölker schaffen. Arbeiterinnen mit VSH-Merkmal erkennen von der Milbe befallene Bienenbrut und entfernen diesen Nachwuchs. Der Schädlingsbefall wird somit reduziert.

Bienen sind wie in Europa auch für die australische Landwirtschaft sehr wichtig als Bestäuber. „Wir wollen nun neue Technologien testen, um die Temperatur der Boxen, in denen die Königinnen verschickt werden, zu überprüfen. Und mit GPS-Tracking wissen wir dann, wo die Lieferungen feststecken“, sagte Jordan. (dpa)

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