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Bittere Erkenntnis in der AntarktisSatellitenbilder zeigen es deutlich: Lage wird immer dramatischer

Ein Eisberg im südlichen Ozean, während der chinesische Eisbrecher «Xuelong 2» vorbeifährt.

Die Meereseisausdehnung in der Antarktis befindet sich am Tiefpunkt. Das Beispielfoto zeigt einen Eisberg im Januar 2020.

Der tiefste Stand seit Messbeginn 1979 – noch nie war die mit Meereseis bedeckte Fläche in der Antarktis geringer. Im Süden spitzt sich die Lage weiterhin zu.

Die Meereisausdehnung in der sommerlichen Antarktis hat ein neues Rekordminimum erreicht. Satellitendaten zeigten, dass um den 19. Februar 2023 nur eine Fläche von rund zwei Millionen Quadratkilometern des Südlichen Ozeans von Meereis bedeckt gewesen sei, sagte Lars Kaleschke, Meereis-Experte am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI).

Elf Tage zuvor war mit 2,2 Millionen Quadratkilometern bereits der tiefste Stand seit Messbeginn im Jahr 1979 verzeichnet worden. Wie erwartet, habe sich anschließend der Rückgang im Laufe der sommerlichen Schmelzperiode fortgesetzt. Damit sei das bisherige Minimum vom 24. Februar 2022 (2,27 Millionen Quadratkilometer) nun erneut unterschritten worden.

Antarktis: Meereis erreicht neues Rekordtief

Die Meereisbedeckung in der Antarktis erreicht während des Jahresverlaufs im September oder Oktober ihren Höhepunkt und im Februar ihr Minimum. Bei maximaler Ausdehnung beträgt sie im langjährigen Mittel nach Angaben des AWI bis zu 20 Millionen Quadratkilometer. Sie schrumpfe gewöhnlich nur auf rund 3 Millionen Quadratkilometer.

Ob die Negativ-Rekordwerte 2022 und 2023 einen statistisch signifikanten Trend einläuteten, sei noch unklar, sagte Kaleschke.

Dafür seien weitere Daten aus den nächsten Jahren erforderlich. Allerdings gehe die Entwicklung weitgehend mit dem einher, was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Klimamodellen für die Antarktis berechnet hätten.

Die Antarktis habe einen noch stärkeren Einfluss für das globale Klima als die Arktis, daher seien die Veränderungen dort besonders relevant. Können die drastischen Entwicklungen noch aufgehalten werden? (dpa)