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Sie hatten bislang Angst davor Forscher durchleuchten Mumie und finden Unglaubliches

Dieses undatierte Foto zeigt einen CT-Scan des Amenhotep-Sarkophags. Der perfekt eingewickelte mumifizierte Körper des ägyptischen Pharaos Amenhotep I. wird zum ersten Mal seit Jahrhunderten ausgestellt, nachdem er mit Hightech-Scannern im Ägyptischen Museum in Kairo digital «ausgepackt» wurde. +++ dpa-Bildfunk +++

Dieses undatierte Foto zeigt einen CT-Scan des Amenhotep-Sarkophags. Der perfekt eingewickelte mumifizierte Körper des ägyptischen Pharaos Amenhotep I. wird zum ersten Mal seit Jahrhunderten ausgestellt, nachdem er mit Hightech-Scannern im Ägyptischen Museum in Kairo digital „ausgepackt“ wurde.

Vor über 140 Jahren wurde die Mumie des ägyptischen Pharaos Amenhotep I. entdeckt – nun wurde sie das erste Mal ausgepackt, auf digitale Art und Weise. Dabei machten die Forscher erstaunliche Entdeckungen.

Es sind Einblicke, die über 3000 Jahre lang dem menschlichen Auge verborgen blieben – und nun dank der digitalen Technik zurück ans Licht kommen. Der ägyptische Amenhotep I. wurde erstmals digital mit einem CT-Scanner durchleuchtet– und die Archäologen fanden dabei unglaubliche Details. 

Bislang hatten die Archäologen Angst davor, die uralte Mumie von Amenhotep I. zu öffnen. Nicht etwa wegen eines mystischen Fluches, sondern weil der Leichnam perfekt gewickelt war, mit wunderschönen Blumengirlanden verziert. Das Gesicht und der Hals werden von einer exquisiten lebensechten Maske bedeckt sind mit bunten Steinen besetzt. 

Doch die digitale Technik macht es möglich, in das Innere der Mumie zu blicken, ohne die Bandagen und die Maske wirklich abnehmen zu müssen. Über 140 Jahre, nachdem der Leichnam von Pharao Amenhotep I. entdeckt wurde, konnte er so also erstmals durchleuchtet werden.

„Indem wir die Mumie digital ausgepackt und die Schichten virtuell abgeschält haben – die Gesichtsmaske, die Bandagen und die Mumie selbst –, konnten wir diesen gut erhaltenen Pharao in noch nie dagewesenem Detail studieren“, berichtet Sarhar Saleem von der Universität Kairo im Fachmagazin „Frontiers in Medicine“.

Dieses undatierte Foto zeigt den CT-Scan des Amenhotep-Sarkophags. Der perfekt eingewickelte mumifizierte Körper des ägyptischen Pharaos Amenhotep I. wird zum ersten Mal seit Jahrhunderten ausgestellt, nachdem er mit Hightech-Scannern im Ägyptischen Museum in Kairo digital «ausgepackt» wurde. +++ dpa-Bildfunk +++

Dieses undatierte Foto zeigt den CT-Scan des Amenhotep-Sarkophags. In der Seitenansicht ist gut der Schädel und der Hals der Mumie zu sehen.

Amenhotep I., auch Amenophis I. genannt, regierte während der 18. Dynastie von ungefähr 1525 bis 1504 vor Christus. Es war eine Zeit des weitgehenden Friedens und Wohlstands im Alten Ägypten. Nach seinem Tod wurden Amenhotep I. und seine Mutter Ahmose Nefertari als Götter verehrt. Der Pharao wurde kunstvoll mumifiziert und bestattet. Bis er dann 1881 in Luxor entdeckt wurde.

Mumie von Amenhotep I.: Scan zeigt verblüffende Details

Allerdings vor Amenhotep I. nicht dort begraben. Auf dem Sarg wiesen Inschriften darauf hin, dass die Mumie von Grabräubern auf der Suche nach wertvollen Gegenständen geöffnet worden war. Priester der 21. Dynastie hatten die Mumie dann im 11. Jahrhundert vor Christus restauriert und in Luxor versteckt. Seitdem blieb der Leichnam verschlossen, bis heute.

Nach der neuzeitlichen Entdeckung der Mumie in Luxor wurde sie dann nach Kairo überführt und bis jetzt im Ägyptischen Museum aufbewahrt. Wegen des außergewöhnlich guten Zustands wurde sie aber bislang nicht angerührt. Mit dem Computertomografen konnten die Forscher nun zahlreiche Entdeckungen machen.

„Wir zeigen, dass Amenhotep I. etwa 35 Jahre alt war, als er starb. Er war etwa 169 Zentimeter groß, beschnitten und hatte gute Zähne“, berichtet Saleem. Äußerlich habe er wohl seinem Vater geähnelt, mit einem schmalen Kinn und einer schmalen Nase, lockigem Haar und leicht vorstehenden Zähnen.

Mumie von Amenhotep I.: Herz und Gehirn waren noch da

Interessant: Anders als bei anderen Mumien wurden weder Herz noch Gehirn entfernt. „Wir konnten keine krankheitsbedingten Wunden oder Entstellungen finden, die die Todesursache rechtfertigen, außer zahlreichen Verstümmelungen post mortem“, so Saleem. Sie seien vermutlich durch Grabräuber nach seiner ersten Bestattung entstanden. „Seine Eingeweide waren von den ersten Mumifizierern entfernt worden, aber nicht sein Gehirn oder Herz.“

Die Schäden der Grabräuber waren groß: Der Nacken war gebrochen, der Schädel vom Körper abgetrennt, Arme und Beine teils ausgerenkt. Vermutlichen hatten die Räuber nach Juwelen und Schmuck gesucht. 

Der Scan zeigt ein weiteres verblüffendes Detail: Mindestens 30 Amulette steckten in der Mumie – die haben die Grabräuber scheinbar nicht gefunden. Die meisten waren zwischen den Bandagen versteckt, drei befanden sich im Körper: eines in der Brusthöhle, zwei in der Bauchhöhle.

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