Er war Europas ältester amtierender Monarch: Norwegens König Harald V. ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Rückblick auf seinen Staatsbesuch vor 19 Jahren in NRW.
Große Trauer um König HaraldAls er das letzte Mal im Rheinland war, drehte er am Rad

Copyright: IMAGO/PPE
Norwegens König Harald, hier 2007 in Oslo.
Um kurz nach halb fünf kreiste ein Helikopter über dem ehemaligen Kühlturm des RWE in Hürth. Minuten später signalisierte die Eskorte der Polizeiwagen: Seine Majestät war eingetroffen.
König Harald V. von Norwegen, der am Freitag (28. August) im Alter von 89 Jahren gestorben ist, besuchte 2007 im Rahmen eines Staatsbesuchs auch das Rheinland, um ein Kraftwerk einzuweihen. EXPRESS, die Kölnische Rundschau und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichteten über das royale Ereignis.
Der König dreht am Rad: Einweihung eines Kraftwerks in Hürth
Damals ging das Gas- und Dampfkraftwerk des norwegischen Energiekonzerns Statkraft nach fast zwei Jahren Bauzeit in Hürth ans Netz.
Für Statkraft war es das erste Kraftwerk auf dem europäischen Festland – und das erste Gaskraftwerk eines Unternehmens, das ansonsten Wasserkraftwerke betreibt.
Als der damals 70-jährige Monarch eintraf, galten strengste Sicherheitsvorkehrungen. An der Seite des damaligen NRW‑Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) schritt das Staatsoberhaupt an dem rund 100 Meter langen Kraftwerk entlang und warf einen kurzen Blick in die Turbinenhalle.

Copyright: KR
„Gestern ein König”: Auch die „Kölnische Rundschau” berichtete 2007 über den Besuch von König Harald.
Nach einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hürth drehte der König dann am Rad. Und gab damit symbolisch das Startsignal für das Kraftwerk. Es gab eine Feuershow mit großen Wunderkerzen. Offiziell sagte der Monarch kein Wort. Rüttgers erklärte, zum König gerichtet: „Sie sind jetzt hier zu Hause und wir wollen, dass sie gern hier sind.“

Copyright: KSTA
So berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über den Besuch des Königs.
Besonders aufgeregt erwarteten den König damals die Schüler der Albert-Schweitzer-Grundschule aus Kerpen-Brüggen und der Grundschule aus Kerpen-Türnich im Festzelt. Sie brachten dem Norweger ein Ständchen. Der Kinderchor aus Kerpen sang „Ich schenk dir einen Regenbogen“, ein Mädchen überreichte dem Monarchen einen Kuchen.
Und als die Kinder ohne Knicks oder ähnliche Ehrbezeugung wieder von der Bühne gingen, musste sich die Präsentatorin entschuldigen: „Es tut mir leid, aber die Kinder sind nicht an einen König gewöhnt, es ist schon ziemlich lange her, dass wir in Deutschland einen König gehabt haben“.
Bis heute betreibt Statkraft in Hürth-Knapsack die Gas- und Dampfturbinenkraftwerke Knapsack I und II. Am 28. August 2026 stirbt der norwegische Monarch. In einer Pressemitteilung heißt es, König Harald sei im Rikshospitalet friedlich eingeschlafen. (mg)
