Am zweiten Verhandlungstag bricht die Betreuerin im Gericht in Tränen aus.
Todes-Crash in HürthEs fließen Tränen im Gerichtssaal – „so wie ein Blitz“

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Der Angeklagte (r.) und sein Anwalt Marc Donay kommen zu Beginn eines Prozesses wegen fahrlässiger Tötung in einen Verhandlungssaal im Landgericht Köln. Der 21-Jährige soll mit seinem Auto in eine Schülergruppe gefahren sein.
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Die schrecklichen Erinnerungen an den Unfall in Hürth verfolgen sie. Vor Gericht bricht eine Betreuerin (51) zusammen und erzählt, warum sie nach der Tragödie alles hingeworfen hat.
Es sind Momente, die niemanden kaltlassen. Der zweite Prozesstag zum furchtbaren Unglück an der Frechener Straße in Hürth, das im Juni 2025 das Leben der jungen Avin (10) und des Schulbegleiters Luis (25) forderte, wurde hochemotional. Eine Betreuerin (51) der Grundschule trat in den Zeugenstand, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Mit tränenerstickter Stimme erklärte sie, dass es für die Ereignisse jenes Tages und die Bilder, die sie mitansehen musste, keine passenden Worte gäbe. Die Tatsache, den Unfallopfern nicht beistehen zu können, belaste sie bis heute schwer.
Nach dem Todes-Drama: Betreuerin zieht einen Schlussstrich
Die furchtbaren Erlebnisse hatten für sie eine drastische Folge: Ihren Arbeitsplatz im Offenen Ganztag an der Hürther Grundschule gab sie auf.
Jetzt ist sie in einer benachbarten Stadt tätig und versucht, neu anzufangen. Doch die Aufgaben, die ihr vor dem Unglück so einfach fielen, sind nun eine ständige Belastung. Es gäbe Momente, in denen sie Hoffnung schöpfe, „und dann macht es mich wieder unfassbar traurig“.
„Das ging von jetzt auf gleich“
Sie schilderte den Moment des Grauens. Als sie mit den Kindern an der Ampel wartete und das Licht auf Grün wechselte, geschah das Unbegreifliche. Sie habe nur noch registriert, wie ein Fahrzeug in die Menschenmenge raste. „Das ging von jetzt auf gleich, so wie ein Blitz einschlägt“, sagte sie vor Gericht aus. Ihr erster Gedanke sei gewesen, dass dies nur Einbildung sei und nicht real passieren könne.
Unmittelbar danach erblickte sie zwei Körper am Boden, einen kleinen und einen großen. Ihr Instinkt trieb sie sofort zu der kleineren Gestalt. Die 51-Jährige identifizierte das Kind als Avin, das sich nicht mehr bewegte. Sie redete dem Mädchen gut zu und umfasste seine Hand, bis die ersten Helfer die Versorgung übernahmen.
Seit Montag (18. Mai) muss sich der 20 Jahre alte Fahrer vor dem Kölner Landgericht verantworten. Die Anklage lautet unter anderem auf zweifache fahrlässige Tötung. Sollte er verurteilt werden, droht eine Jugendstrafe von mehreren Jahren. Die Urteilsverkündung wird für den 3. Juni erwartet. (red)
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