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Katze gequält und verbranntProzess startet – gibt es Gerechtigkeit für „Tiger“?

Auf einem Hemd, das auf dem Boden liegt, sind Blutflecken.

Copyright: Team für Tiere Köln

Neben dem Heizofen entdeckten die Tierretter am 6. November 2024 ein Hemd mit Blutflecken.

Aktualisiert:

Hat ein Mann eine Katze gequält und lebendig verbrannt? Jetzt muss er sich vor dem Amtsgericht Bergheim verantworten. Der Kölner Tierretter Jordan Wieland war damals bei dem schrecklichen Einsatz dabei. 

Es ist ein Fall, der Jordan Wieland vom „Team für Tiere Köln“ bis heute nicht loslässt. Ein Mann soll vor fast zwei Jahren seine Katze schrecklich gequält und schließlich verbrannt haben. Gibt es jetzt endlich Gerechtigkeit für „Tiger“?

Am Donnerstag (1. Oktober 2026) muss sich der Beschuldigte (heute 46) wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Amtsgericht Bergheim verantworten. Jordan Wieland wird den Prozess verfolgen. „Ich mache seit zehn Jahren Tierrettung und das ist für mich der schlimmste Fall“, erzählt er gegenüber EXPRESS.de. 

Kölner Tierretter schildert seinen schlimmsten Einsatz

Der Kölner Tierretter war mit zwei Kolleginnen am 6. November 2024 von einer Zeugin, die auch im Tierschutz aktiv ist, nach Pulheim (Rhein-Erft-Kreis) alarmiert worden. „Uns wurde berichtet, dass ein Mann eine Katze mit heißem Wasser übergossen und anschließend gegen eine Wand geworfen haben soll“, erzählt er. Die tote Katze sollte im Haus liegen. 

Wieland: „Da es in dem betreffenden Haus bereits mehrfach Polizeieinsätze gegeben hatte, entschieden wir uns, die Polizei hinzuzuziehen und gemeinsam nach dem Tier zu suchen und es, sofern möglich, zu sichern, damit mögliche Beweise erhalten bleiben.“

Schon aus einiger Entfernung hätten sie einen Geruch wahrgenommen, der sie erahnen ließ, was sie in diesem Haus erwarten sollte. 

Zwei Stunden suchten sie gemeinsam mit Polizeikräften nach der Katze, bis sie schließlich ausmachen konnten, wie sie sich befinden sollte. Der Raum war völlig zugemüllt und konnte nur durch ein kleines Fenster betreten werden. „Als wir die Suche bereits abbrechen wollten, fiel uns ein weißes Hemd mit Blutspuren auf, das direkt neben einem Heizofen lag“, erinnert sich Jorden Wieland noch gut an das Grauen.

Kurz darauf bestätigte sich die schlimmste Vermutung des Tierretters. Die Katze, die „Tiger“ hieß und einem Mitbewohner des Beschuldigten gehörte, befand sich in dem Ofen und war verbrannt worden. Jordan Wieland: „Nach Aussage einiger Hausbewohner soll die Katze zuvor noch fürchterlich geschrien haben.“ Aufgrund der Schilderungen bestehe der schreckliche Verdacht, dass die Katze lebendig verbrannt worden sein könnte. 

In einem Ofen liegen verkohlte Überreste.

Copyright: Team für Tiere Köln

Der Blick in den Heizofen zeigt die Überreste des Tieres.

Fast zwei Jahre nach dem Einsatz kommt es endlich zum Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Jordan Wieland und seine beiden Kolleginnen sind nicht als Zeugen geladen, zeigen dennoch Präsenz im Bergheimer Amtsgericht. 

„Wir wollen deutlich machen, dass uns das, auch, wenn unser Einsatz längst abgeschlossen ist, nicht egal ist. Wir hoffen, dass die Geschehnisse jetzt umfassend aufgeklärt werden und das Gericht konsequent durchgreift. Das hat ‚Tiger‘ verdient, wir wollen für ihn Gerechtigkeit“, sagt der Kölner Tierretter.

Den Facebookpost, den das Team für Tiere Köln veröffentlicht hat, haben mehr als 100 betroffene User und Userinnen kommentiert. Eine Frau schreibt: „Sein Name war ‚Tiger‘. Er war ein ganz lieber, schüchterner, alter Kater. Ich habe ihn gekannt.“ Es sei so grausam, was man ihm angetan hat. Auch sie werde beim Prozess dabei sein – für „Tiger“!