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„Klassische Kreisliga-Idylle“ ZDF-Doku über Katar: Und Kölner Fußballverein mittendrin

Im Rahmen einer Doku zur WM 2022 in Katar wurde auch beim TuS Langel in Köln gedreht.

Im Rahmen einer Doku zur WM 2022 in Katar wurde auch beim TuS Langel in Köln gedreht.

Am Dienstag wurde die ZDF-Doku „Geheimsache Katar“ ausgestrahlt. Darin zu sehen ist nicht nur Journalist Jochen Breyer und das Land Katar, sondern auch ein Kölner Fußballverein. Aber warum?

Für seine Recherchen rund um die WM in Katar ist ZDF-Sportjournalist Jochen Breyer (39) zweimal nach Doha gereist. Vor Ort wollte er sich ein Bild vom Wüstenstaat machen. Breyer wollte verstehen, wie es das Emirat geschafft hat, sich bei der WM-Vergabe im Jahr 2010 durchzusetzen.

Aber wie kommt es, dass in der fertigen Reportage „Geheimsache Katar“ vom Dienstagabend (8. November 2022) auch Spielerinnen und Spieler von zwei Kölner Fußballmannschaften auftauchen?

Kölner Fußballverein taucht in ZDF-Doku „Geheimsache Katar“ auf

In der ZDF-Doku „Geheimsache Katar“ wird versucht, die von Geld getriebene, moderne Fußballwelt der „alten Fußballwelt“ gegenüberzustellen. Auf der einen Seite riesige Fußballpaläste, auf der anderen Seite ein kleiner, minimalistischer Sportplatz, wie ihn viele aus der Kreisliga kennen.

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Um diesen Kontrast darzustellen, hat das ZDF nach einem passenden Verein samt Vereinsgelände gesucht – und ist in Köln beim Turn- und Spielverein Langel auf der rechten Rheinseite fündig geworden.

Zunächst standen die Dreharbeiten auf dem Vereinsgelände des TuS Langel jedoch auf der Kippe, verrät der Vorsitzende Franz Wallraff gegenüber EXPRESS.de: „Die Produktionsfirma ist auf uns zugekommen. Sie suchten nach einem Sportplatz mit ‚klassischer Kreisliga-Idylle‘. Ich habe da zunächst abgelehnt. Die Anforderungen waren etwas zu hoch.“

„Es waren viele Kleinigkeiten, die nicht passten. Nach einer Besichtigung des Platzes und der Anlage bin ich die Produktionsfirma aber nicht mehr losgeworden“, scherzt Wallraff.

Letztlich dauerten die Dreharbeiten auf dem Vereinsgelände drei Tage. Mit dabei: Schauspieler Matthias Brandt (61), der unter anderem aus „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ bekannt ist.

In seiner Rolle als „Kreisliga-Trainer“ erklärt Brandt „seinen Spielern“ in vereinfachter Weise, wie aus einem Kreisligaklub ein Champions-League-Klub geformt werden kann. Beziehungsweise im übertragenen Sinne: Wie ein kleines Land wie Katar an eine Fußball-WM kommen konnte.

In Statistenrollen für diese Szenen waren A-Jugendspieler des TuS Langel sowie junge Spielerinnen von der SpVg Wahn-Grengel in der ZDF-Doku zu sehen.

Schauspieler Matthias Brandt bleibt in guter Erinnerung

Besonders Schauspieler Matthias Brandt, Sohn des Ex-Kanzlers Willy Brandt (†78), ist bei den Verantwortlichen des TuS Langel in guter Erinnerung geblieben. Franz Wallraff: „Für Matthias Brandt haben wir extra die Schiedsrichterkabine hergerichtet, was gar nicht nötig gewesen wäre. Er stellte sich gleich mit Vornamen vor und war herrlich unkompliziert.“

Der Schauspieler Matthias Brandt sitzt bei einer Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne auf der Bühne.

Schauspieler Matthias Brandt sitzt bei einer Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne auf der Bühne. Das Foto ist vom 19. März 2022.

Und wie steht es nach der kritischen Dokumentation über das Gastgeberland um die WM-Vorfreude? „Auch bei uns bestätigt sich der allgemeine Tenor, dass man eine WM im Winter nicht braucht“, erklärt Wallraff.

Allerdings: „Zum Thema Gastgeberland sind viele der Meinung, dass man dies hätte früher diskutieren müssen und nicht heute. Wo waren die Menschen, die heute den Finger heben, als bekannt wurde, dass Katar den Zuschlag bekommen hat?“

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