„Zum Nachahmen animiert“ Wegen Wander-Video: Kölner YouTuber soll Mega-Strafe zahlen

Nebel steigt aus den herbstlichen Wäldern des Siebengebirge am Rhein.

Die Wälder des Siebengebirge am Rhein am 23. Oktober 2020. Ein Kölner YouTuber soll nach einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet eine hohe Geldstrafe zahlen.

Ein Kölner YouTuber hat nach einer Wanderung durch ein Naturschutzgebiet eine saftige Geldstrafe erhalten. In einem Video zeigt er sich fassungslos – doch die Behörde weist die Vorwürfe zurück.

Auf seinem YouTube-Kanal „Outdoor mit Sebastian“ nimmt der Kölner Sebastian Reuter seine Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig mithilfe seiner Kamera auf verschiedene Wanderungen mit. Durch seine Videos hat er auf der Video-Plattform bereits über 50.000 Followerinnen und Follower.

Nun wurde ihm ein Video, das ihn bei einer Wanderung durch ein Naturschutzgebiet im Siebengebirge zeigt, nachträglich zum Verhängnis. Der Grund: Nachdem das Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises auf das Video aufmerksam wurde, erhielt er eine saftige Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro.

„Spinne und Salamander beunruhigt“: Kölner YouTuber soll 10.000 Euro zahlen

Doch aus welchem Grund? Dem Kölner Extremwanderer wurde vorgeworfen, gegen den Naturschutz verstoßen zu haben – und das in 22 Fällen. Der Vorwurf der Behörden: Er habe eine Spinne und einen Salamander „mutwillig beunruhigt“. Zusätzlich erhielt er Strafen, weil er in einer sogenannten Schutzhütte übernachtet und sich dort mithilfe einer Feuerstelle Essen zubereitet habe.

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In einem Video auf seinem YouTube-Kanal zeigt sich der Kölner fassungslos angesichts der Vorwürfe der Behörde und präsentierte seinen Zuschauerinnen und Zuschauern den umfangreichen Bußgeldbescheid. Ein Angebot über eine einvernehmliche Lösung mit der Behörde lehnte er ab.

„Wie soll ich Reue zeigen, wenn man mir vorwirft, ich hätte in einer Schutzhütte übernachtet“, zeigt sich Reuter in seinem Video verärgert. Hätte er Reue gezeigt, wären ihm laut seiner Aussage ein Großteil der Strafe erlassen worden.

Mega-Strafe für YouTuber aus Köln: Behörde weist Vorwürfe zurück

Gegenüber EXPRESS.de verteidigt die Behörde die Mega-Strafe gegen den Kölner. „Herr Reuter betreibt einen YouTube-Kanal und hat über seine Verstöße gegen die Naturschutz-Auflagen im Naturschutzgebiet Siebengebirge ausführlich berichtet“, so die Stellungnahme des Rhein-Sieg-Kreises.

„Er hat also nicht nur vorsätzlich gehandelt, sondern bedient damit auch seine Zuschauer und generiert so Einnahmen. Durch seine Videos animiert er zum Nachahmen. Dadurch erklärt sich die Höhe des möglichen Bußgeldes“, so die Begründung weiter.

Die Vorwürfe des YouTubers, dass die Behörde ihn mit der Strafe vermutlich in den Ruin treiben würde, weisen sie entschieden zurück. „Der Rhein-Sieg-Kreis hat Herrn Reuter deutliche Angebote gemacht, die Höhe des Bußgelds zu verringern. Herr Reuter ist auf diese Angebote aber nicht eingegangen.“ Somit wird die Wanderung des Kölner YouTubers wohl zur teuersten seines Lebens. (mn)

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