4

Tier-Drama in Kölner FloraInfluencer schlägt Alarm: Baby-Kröten „totgetrampelt“?

Drama in der Kölner Flora: Ein Influencer filmt Hunderte Baby-Kröten und erhebt schwere Vorwürfe. Werden sie totgetrampelt?

Was für ein Timing! Genau zum Wochenende der Wiedereröffnung der Schaugewächshäuser in der Flora in Köln entschied sich eine riesige Anzahl junger Kröten, das Licht der Welt zu erblicken. Schätzungsweise Hunderte der kleinen Amphibien sprangen vergnügt durch den Botanischen Garten.

Das Problem: Sie landeten direkt vor den Füßen der unzähligen Gäste, die eigentlich die neuen Gebäude bestaunen wollten. Dieses Chaos filmte Joris Rudy, der durch das YouTube-Survival-Format „7 vs. Wild“ Berühmtheit erlangte. In seinem Video macht er seiner Besorgnis um die Tiere Luft und kritisiert das Verhalten der Flora-Mitarbeiter.

Stadt Köln reagiert auf Vorwurf

In seinem Instagram-Post vom Samstag lautet der schwere Vorwurf: Es wurde nicht schnell genug gehandelt. Er behauptet, dass sowohl Personal als auch Gäste einige der winzigen, wild hüpfenden Amphibien einfach „totgetrampelt“ hätten. Gleichzeitig dokumentiert sein Clip aber auch, wie andere Menschen sich bemühten, die kleinen Tiere zu retten und von den Pfaden zu tragen.

Die Verwaltung der Stadt Köln reagierte auf die Anschuldigungen und erklärte, dass die Krötenwanderung in dem Kölner Garten ein alljährlich auftretendes und bekanntes Naturereignis sei. „Zum Schutz der Tiere stellen die Kolleginnen des Botanischen Gartens regelmäßig Warnbaken auf, die die Wanderwege der Kröten sicher abgrenzen.“ Eine solche Absperrung ist auch in Rudys Video zu erkennen.

Ein aktives Einsammeln und Umsiedeln der Tiere ist für die Belegschaft des Gartens jedoch keine Option. Die Stadt begründet dies so: „Da die Krötenwanderung ein natürlicher Prozess ist, steht ihr Schutz im Vordergrund. Auf ein Einsammeln und Umsetzen der Tiere wird jedoch verzichtet, da dies für die Kröten zusätzlichen Stress bedeutet und nicht zielführend ist“.

Hoher Besucherandrang zur Wiedereröffnung der Schaugewächshäuser in der Flora am Wochenende.

Copyright: Uwe Weiser

Hoher Besucherandrang zur Wiedereröffnung der Schaugewächshäuser in der Flora am Wochenende.

Es habe am Montag eine Begutachtung der Lage vor Ort durch die Untere Naturschutzbehörde gegeben, mit der man in enger Abstimmung sei. Als „Sofortmaßnahmen“ seien mehrere Schritte eingeleitet worden: Die Mitarbeiter des Gartens kontrollieren nun die Bodengitter der Neubauten, die eine Absturzgefahr für die Kröten sein könnten, in kurzen Abständen. Außerdem wurden vorhandene Löcher und Spalten umgehend verschlossen, damit die Tiere nicht in diese gefährlichen Fallen geraten.

Nabu-Expertin: Hunderte Kröten sind „nicht ungewöhnlich“

Brigit Röttering, die Geschäftsführerin des Kölner Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), bestätigt auf Anfrage, dass auch bei ihnen Anrufe von besorgten Bürgern eingegangen sind. Sie bewertet die Lage jedoch entspannt und erklärt: „Wenn die Kröten einmal anfangen zu schlüpfen, kommt direkt eine ganze Menge. Bei hohem Andrang in der Flora bekommen das dann nur viele mit.“

Die Naturschützer des Nabu haben Erfahrung mit Krötenhilfe in Köln, insbesondere während der Wanderzeit im Frühling, die oft von Februar bis April dauert. Sie errichten dann Schutzzäune an ausgewählten Straßen. Dort sammeln sich die Amphibien an, bevor sie von den Helfern in Eimern sicher über die Fahrbahn gebracht werden.

Rötterings Ratschlag, falls man nun einer frisch geschlüpften Kröte begegnet, ist klar und gilt für alle Wildtiere: „In Ruhe lassen.“ Sie ergänzt jedoch, dass es absolut in Ordnung sei, ein einzelnes Tier vorsichtig in die Hand zu nehmen und einige Meter aus einer Gefahrenzone zu tragen, um es vor Schaden zu bewahren. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Der Angeklagte mit Verteidigerin Rania Kour und einer Dolmetscherin (l.) beim Prozessauftakt im Landgericht
Kölner Staatsanwältin klagt an
Cousin verhindert Feuer-Mord im allerletzten Moment